Historische Zäune und Tore geklaut:

Organisierte Kriminalität? Diebe räumen Friedhof leer

Der Frust sitzt tief bei den Bürgern in Wismar (bei Strasburg). Von ihrem Friedhof wurden gusseiserne und geschmiedeter Zaunfelder geklaut, und das nicht zum ersten Mal. Auch auf anderen Friedhöfen im Nordosten haben Täter zugeschlagen.

Von einigen historischen Grabstätten in Wismar verschwanden zuerst die Tore, jetzt wurden komplette Zaunfelder entwendet.
Rainer Marten Von einigen historischen Grabstätten in Wismar verschwanden zuerst die Tore, jetzt wurden komplette Zaunfelder entwendet.

Mehrere Grabstätten in Wismar bei Strasburg wurden nun wieder regelrecht geplündert. Betroffen sind Gräber der Familien Lindemann, Ewald, Fibian, Oppermann, Kücken, Stegemann. Sie alle verfügten noch vor Jahren über vollständige geschmiedete Zäune oder über Umfriedungen aus Gusseisen. Alles Arbeiten aus dem späten 19. oder frühen 20. Jahrhundert.

"Von einer Grabanlage wurde vor Jahren ein Engel aus Marmor gestohlen. Damit fing alles an", erzählt Karin Oeser. Dann wurden die Eisentore mitgenommen, später komplette Zaunfelder und Pfosten. "Das Schlimme ist jetzt aber, dass unser Friedhof sehr leer aussieht", sagt Karin Oeser.

Viele Orte betroffen

Die Täter hinterlassen eine immer längere Spur: Im September plünderten Unbekannte den Friedhof in Schenkenberg; bestohlen wurden die Friedhöfe in Grunewald bei Templin und in Boitzenburg (Uckermark) sowie in Fürstenhagen (Mecklenburg-Strelitz) und Demmin. Im März verschwanden gusseiserne Zäune in Strasburg und Berkholz (Uckermark).

Die Polizei geht davon aus, dass sich ein Markt für historische Zäune entwickelt hat. Sie landen nach dem Diebstahl nicht unbedingt beim Schrotthändler.

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