Radspenden:

Pasewalk setzt Zeichen gegen die Niedertracht

Hakenkreuze am Rathaus, eine niederträchtige Neid-Aktion an der Tür unserer Redaktion: Unbekannte versuchen, in Pasewalk eine Stimmung zu schüren, die so zum Glück nicht vorhanden ist. Ganz im Gegenteil.

Bürgermeisterin Sandra Nachtweih mit den ersten gespendeten Fahrräder für Flüchtlinge. Sie wehrt sich gegen Stimmungsmache und haltlose Neid-Debatten.
Foto: Rainer Marten Bürgermeisterin Sandra Nachtweih mit den ersten gespendeten Fahrräder für Flüchtlinge. Sie wehrt sich gegen Stimmungsmache und haltlose Neid-Debatten.

Hass aus dem Hinterhalt, Dummheit aus dem Dunkeln: Das war schon erschreckend, dass ein kleiner Aufruf zur Menschlichkeit solche Reaktionen auslöst. Die Pasewalker Stadtverwaltung hatte um Fahrradspenden für Flüchtlinge gebeten, der Nordkurier hatte diesen Aufruf veröffentlicht. Das Ergebnis ist bekannt: Anonyme Plakate mit dem Aufruf, nichts zu spenden, dazu ein an der Redaktionstür angekettetes Schrottfahrrad, Hakenkreuze.

Dabei aber auf keinen Fall vergessen, dass Pasewalk natürlich ganz anders ist. Und darüber freut sich nicht nur Bürgermeisterin Sandra Nachtweih. Denn der Spendenaufruf ist trotz des Störfeuers angekommen. Von Donnerstag bis Samstag wurden die ersten sieben Fahrräder gespendet, wie als Reaktion auf die rechten Aktionen kamen am Montag noch einmal zehn Fahrräder dazu. In der kommenden Woche sollen sie während einer Weihnachtsfeier Familien von Asylbewerbern übergeben werden, die in Pasewalk ein Obdach auf Zeit gefunden haben.

Das ist das echte Pasewalk, meinte die Bürgermeisterin: Trotz der Probleme, die auch hier manch eine Familie hat, würden die Bürger die Nachbarn im Blick haben und spenden. „Mein Dank richtet sich an alle, die unseren Aufruf gehört haben. Vielen Dank noch einmal. Und: Die Aktion ist noch nicht zu Ende. Wir sammeln weiter. Wer ein Rad abgeben möchte, der sollte das dem Fachbereich Ordnung und Kultur mitteilen und die Nummer 03973 251131 anrufen.“

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