Das war's:

Pasewalker Barmer-Filiale macht dicht

Die Barmer GEK als Ansprechpartner vor Ort in Pasewalk – das ist bald Vergangenheit. Müssen die Versicherten dann auf das persönliche Beratungsgespräch verzichten, wenn sie nicht weite Fahrstrecken in Kauf nehmen möchten?

Die Barmer GEK verabschiedet sich bald aus dem Pasewalker Kaufland-Komplex.
Angela Stegemann Die Barmer GEK verabschiedet sich bald aus dem Pasewalker Kaufland-Komplex.

Marianne Murcha hält ein Schreiben der Barmer in der Hand. Dort teilt ihre Krankenkasse mit, dass die Pasewalker Geschäftsstelle ab 1. Juli geschlossen ist. Diese wird mit den Niederlassungen in Prenzlau und Anklam zusammengelegt.

In dem Schreiben ist zu lesen: "Angebot und Service richten wir zukünftig noch stärker an den Wünschen unserer Versicherten aus." Das kann Marianne Murcha nicht verstehen. Anklam ist 45 Kilometer weg, Prenzlau 25 Kilometer. Wie sollen da Leute, die nicht mobil sind, hinkommen?

Telefon und Internet

Das Schließen der Geschäftsstelle ist Teil einer bundesweiten Umstrukturierung, sagt Barmer-Landessprecher Bernd Schulte. In Mecklenburg-Vorpommern soll der Prozess bis zum 30. April 2017 abgeschlossen sein.

Jahrelange Erfahrungen hätten gezeigt, dass Versicherte heute meist über Telefon und Internet mit ihrer Krankenkasse kommunizieren. Ab Juli soll zudem eine mobile Beratung eingesetzt werden, die ältere Versicherte zu Hause besucht. Koordiniert wird das über die Geschäftsstelle in Anklam (Telefon 0800 / 332060101802).

Kommentare (1)

"Angebot und Service richten wir zukünftig noch stärker an den Wünschen unserer Versicherten aus." Soll also heißen, dass sich die Kunden eine Servicewüste wünschen und keinem Ansprechpartner mehr Auge in Auge gegenüberstehen können. Ja genau, das wünschen sich die Menschen. Für wie blöd will man da die Versicherten verkaufen? Zum Glück gibt es ja eine freie Kassenwahl. Vielleicht regen diese Zeilen ein wenig denjenigen an, der sich angesprochen fühlt von seinen "Wünschen".