Stadt fordert Geld von Keglern:

Pasewalks Traditionsverein steht vor dem Aus

Das Ende für den Pasewalker Kegelsportverein? Jahrelang sei viel zu wenig Pacht bezahlt worden, die Stadt verlangte daher eine deftige Nachzahlung und stockte den Pachtzins um über 700 Prozent auf.

Keine ruhige Kugel schieben können derzeit Torsten Albrecht (von rechts), Mirko Behling und Peter Kostka vom Vorstand.
Angela Stegemann Keine ruhige Kugel schieben können derzeit Torsten Albrecht (von rechts), Mirko Behling und Peter Kostka vom Vorstand.

Vereinschef Peter Kostka ging ins Rathaus, um über eine Pachtverlängerung für das vom Verein genutzte Grundstück in der Karl-Marx-Straße zu reden - seit 53 Jahren Sitz der Kegelsportler. Doch statt dessen erfuhr er, dass die Pachten über Jahre nicht angepasst wurden. Wenig später kam Post von der Stadt: 5481 Euro soll der Verein nachzahlen. Künftig beträgt der neue Pachtzins außerdem 1644 Euro im Jahr. Bisher waren das rund 226 Euro.

Rechtsanwalt eingeschaltet

"Wenn wir das Geld nachzahlen sollen, ist die Existenz des Vereines gefährdet", sagt Peter Kostka. Um den neuen Pachtzins bezahlen zu können, wurden die Mitgliedsbeiträge bereits erhöht. Der Verein schaltete über den Landessportbund einen Rechtsanwalt ein. "Der hat uns gesagt, dass alles über drei Jahre verjährt ist", meint der Vereinschef.

Bürgermeisterin Sandra Nachtweih bot dem Verein nun für die letzten drei Jahre eine Ratenzahlung an. Schließlich geht sie noch einen Schritt weiter und stellt in Aussicht, dass die Stadt auch komplett auf die Nachzahlungssumme verzichtet könnte. Auf diese politische Entscheidung warten die Kegelsportler jetzt mit Spannung.