Schildbürgerstreich im Bauamt?:

Peinlich! Firma baut Radweg bei Strasburg zu schmal

Am gerade erst fertiggestellten Radweg von Strasburg nach Karlsfelde musste die Baufirma nochmal ran, weil sie den Weg zu schmal gebaut hatte. Wer trägt dafür jetzt die Kosten?

Mitarbeiter der Baufirma Arico bereiten derzeit den gerade erst gebauten Radweg am Strasburger Stadtausgang Richtung Schönhausen für eine Verbreiterung vor.
Fred Lucius Mitarbeiter der Baufirma Arico bereiten derzeit den gerade erst gebauten Radweg am Strasburger Stadtausgang Richtung Schönhausen für eine Verbreiterung vor.

Ratlos steht ein Radler vor der Absperrung des Radweges am Strasburger Stadtausgang in Richtung Schönhausen. Warum der Weg bis zur Abfahrt nach Karlsfelde noch immer nicht freigegeben wird, möchte der Strasburger wissen. Was ihn ebenso verwundert ist, dass auf dem rund 800 Meter langen und gerade erst fertiggestellten Stück nun eine Asphaltfräse zum Einsatz kam und ein etwa 30 Zentimeter breites Stück abhobelte. Mitarbeiter der Baufirma Aricon bearbeiteten anschließend mit einem Bagger und einem Rüttler das angrenzende Erdreich. Wozu das alles?

Aufklären kann die ungewöhnlichen Arbeiten Peter Baumgarten, Sachgebietsleiter Konstruktiver Ingenieurbau im Straßenbauamt Neustrelitz. "Der Radweg wurde zu schmal gebaut", erklärt er. Statt der vorgesehenen 2,25 Meter Breite sind es in diesem Fall nur etwa 2,05 Meter. Eine Begründung, warum die qualifizierte Baufirma die geplante Breite nicht eingehalten hat, kann der Mann aus den Straßenbauamt nicht liefern.

Keine Erklärung

"Warum, kann ich nicht beantworten. Eigentlich wird die Breite an der Asphaltmaschine eingestellt und dann funktioniert es. Vielleicht hat sich etwas verschoben. Auch die Baufirma konnte mir keine Erklärung geben. Als Auftraggeber stehen wir ja nicht jeden Tag mit dem Zollstock daneben", sagt Peter Baumgarten.

Die Kosten für die zusätzlichen Arbeiten würden zu Lasten der Baufirma gehen. Diese wird jetzt auf dem abgefrästen Teil eine Deckschicht und auf dem angrenzenden Erdreich eine Tragschicht und dann die Deckschicht aufbringen.

An dem Stück Radweg müssen wegen der zum Teil steilen Böschung zudem noch Geländer angebracht werden. Dafür wurde bereits eine Firma beauftragt. Peter Baumgarten geht davon aus, dass das Teilstück bis Karlsfelde in sechs bis acht Wochen freigegeben werden kann.

Kommentare (3)

also ich hätte da eine erklärung. die eingesparten 25 cm machen richtig viel geld aus. der unternehmer stellt material in rechnung was aber nie verwendet wurde. und 25 cm bitumen auf einer länge von mehreren kilometern machen schon mal gut mehrere hundert tausend euro aus. die ausrede "vielleicht hat sich was verschoben" ist ja wohl billig.

... was es kostet, einen Radweg zu errichten. Ganz abgesehen davon, dass hier die Rede von etwa 800 m Länge ist und nicht von mehreren Kilometern und von 20 cm Minderbreite statt 25 cm, wie von Ihnen kommentiert. Einem Artikel bei ZEIT Online vom November 2014 ist zu entnehmen, dass "...in der Bundesrepublik ... die durchschnittlichen Baukosten für Radwege an Bundesstraßen bei rund 200.000 Euro pro Kilometer" liegen. Quelle ist das Bundesverkehrsministerium, deshalb der Bezug auf Bundesstraßen. Da ist dann aber auch alles dabei, nicht "nur" die "vergessenen" 20 cm Asphalt. Geht man bei Landesstraßen von ähnlichen Kosten aus, weiß ich nicht, wo Sie "schon mal gut mehrere hundert tausend euro" Schaden für die Minderbreite hernehmen. Aber geht ja schnell mal hinzuschreiben. Eine Tonne Asphaltdeckschicht kostete 2015 nach einer im Netz zu findenden Preisliste eines Mischgutherstellers ca. 90 € pro Tonne. Asphalt hat im Durchschnitt eine Dichte von 1,8 Tonnen pro m³, bei 4 cm Dicke der Deckschicht benötigen Sie auf 800 m für 20 cm Breite ca. 6,5 Tonnen. Usw. usf. Abgerechnet wird übrigens nach Aufmaß. Dabei wird wohl auch die Minderbreite festgestellt worden sein.

... die eventuell entstehenden Kosten für die Verbreiterung des Unterbaus falls dieser ebenfalls zu schmal sein sollte? Aber selbst das dürften antürlich nicht mehrere hundertausend Euro sein, dafür bekäme man schon fast ein Stück Autobahn in der Länge ...