Eisdielen-Pläne:

Penkun hofft auf eisige Zeiten

Gibt es bald wieder eine Eisdiele in Penkun? Claudia Thomas, die Inhaberin der Eisdiele in Brüssow, möchte im Haus der alten Penkuner Bibliothek eine Zweigstelle eröffnen. Die Stadtvertreter wollen das auch. Alles gut, als – gäbe es da nicht dieses winzige Detail.

Claudia Thomas gehört die Eisdiele in Brüssow, ihr Lebensgefährte Frank Person hilft regelmäßig mit aus. Sie würden auch in Penkun gern Eis verkaufen.
Denny Kleindienst Claudia Thomas gehört die Eisdiele in Brüssow, ihr Lebensgefährte Frank Person hilft regelmäßig mit aus. Sie würden auch in Penkun gern Eis verkaufen.

Sie haben den Zuschlag, endlich! Auf die sichere Zusage, dass sie das Haus, in dem sich ehemals die Penkuner Bibliothek befand, kaufen können, haben Claudia Thomas und ihr Lebensgefährte Frank Person lange gewartet. Claudia Thomas will dort eine Eisdiele eröffnen.

Penkuns Bürgermeister Bernd Netzel hatte das Paar bei der Suche nach einem geeigneten Standort auf das kleine Haus in der Kupferstraße hingewiesen. Einerseits, weil klar war, dass die Bibliothek von dort ins Amtsgebäude umzieht. Andererseits, weil es direkt in Penkun, also ziemlich günstig liegt. Nach einer ersten mündlichen Anfrage im Februar, haben die beiden schließlich im April bei der Sitzung der Penkuner Stadtvertreter einen schriftlichen Kaufantrag eingereicht. Und nicht nur der Bürgermeister fand, dass „das mit der Eisdiele eine tolle Sache ist“. Auch den restlichen Stadtvertretern gefiel der Gedanke, dass Penkun nach 20 Jahren wieder eine Eisdiele bekommen könnte. Im September wurde offiziell der Beschluss gefasst, die ehemalige Bibliothek zu verkaufen.

Es war dann die Aufgabe des Amtes Löcknitz-Penkun, ein Wertgutachten für das Haus zu erstellen, der den Kaufpreis festlegen sollte. Die beiden Kaufinteressenten fragten in den Folgemonaten mehrmals beim Amt nach. Zwar habe man sie dort „schon unterstützt“, wie Person sagt. Trotzdem passierte lange nichts. Die beiden warteten und wurden vertröstet. „Es hat sich ein bisschen hingezogen“, räumt auch der Penkuner Bürgermeister ein. Ursache dafür sei der Krankenstand gewesen. Noch dazu hätte sich eine Kollegin im Mutterschutz befunden. „Da ist was liegen geblieben. Ich mache dem Amt aber keine Vorwürfe“, sagt Bernd Netzel.

Im März dieses Jahres lag das Gutachten schließlich vor. Und Claudia Thomas und ihr Lebensgefährte mussten noch einmal bangen. „Das Objekt wurde noch einmal zum Verkauf ausgeschrieben“, sagt die 35-Jährige. Ein anderer Interessent meldete sich nicht. Vergangene Woche informierte Bernd Netzel die Stadtvertreter, dass die beiden Käufer bereit sind, den veranschlagten Preis zu zahlen. Wie hoch der ist, wollen weder Bernd Netzel noch Claudia Thomas und ihr Lebensgefährte sagen. Netzel nennt ihn „akzeptabel“. Ein Notar muss nun den Kaufvertrag ausarbeiten.

Ein entscheidendes Detail ist allerdings noch nicht geklärt: nämlich ob in der ehemaligen Bibliothek überhaupt eine Eisdiele betrieben werden darf. Das Kreisbauamt in Pasewalk muss einer Nutzungsänderung erst noch zustimmen. „Wenn das Bauamt nicht mitgeht, ist der ganze Ärger umsonst gewesen“, sagt Frank Person. Die beiden müssen weiter warten. Claudia Thomas hofft, dass sie die Eisdiele, so sie denn genehmigt wird, im nächsten Jahr eröffnen kann.

Immerhin hat sie noch ihre Eisdiele in Brüssow. Sie hatte den Laden zufällig entdeckt. Die dortige Eisdiele stand seit zwei Jahren leer. Claudia Thomas und ihr Lebensgefährte kauften den Laden, renovierten ihn und eröffneten ein Jahr später. Im Idealfall geht es nun in Penkun in genau der Reihenfolge weiter. Angst brauchen die Brüssower derweil nicht haben: „In Brüssow bleiben wir“, versichert die Inhaberin.