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Plötzlich sind alle scharf auf Pasewalks Gammel-Häuser

VonAngela StegemannSeit Jahren verfallendie Häuser in Pasewalks Birkenstraße 1 bis 7.Jetzt, da die Wohnungsbau-gesellschaft sie verkauft hat,offenbart sich ...

VonAngela Stegemann

Seit Jahren verfallen
die Häuser in Pasewalks Birkenstraße 1 bis 7.
Jetzt, da die Wohnungsbau-
gesellschaft sie verkauft hat,
offenbart sich ein
weiterer Interessent. Werden Pasewalks Immobilien knapp?

Pasewalk.Dass er das Haus in der Birkenstraße 6/7 kaufen könnte, mit diesem Gedanken trägt sich Maik T. (Name von der Redaktion geändert) schon länger. Dass sich dort etwas tun soll, ahnte er, als ab Sommer des Vorjahres Leute auftauchten. „Also habe ich gedacht, dass bald am Haus ein Schild angebracht wird, dass es zu verkaufen ist. Oder man in der Zeitung etwas liest.“ Fehlanzeige. Denn: Nichts passierte. Also stellte er bei der Wohnungsbaugesellschaft (Woba) einen Kaufantrag für die Aufgänge 6 und 7. Zu einem Gespräch eingeladen wurde er nicht. Statt dessen erfuhr Maik T., dass die Woba die Häuser
1 bis 7 veräußert hat. „Ist das rechtens, so ohne Ausschreibung zu verkaufen?“, fragt sich der Pasewalker.

Er hätte auch gern
eine Chance gehabt
Jens Schünemann, Woba-Geschäftsführer, will dazu zunächst nichts sagen. Er verweist auf den Aufsichtsratsvorsitzenden, Bürgermeister Rainer Dambach (parteilos). Der wiederum berichtet, dass die Eigentumsverhältnisse in der Birkenstraße lange ungeklärt waren. Als diese zugunsten der Woba entschieden wurden, gab es einen Beschluss des Aufsichtsrates: die Woba trennt sich von für sie unrentablen Immobilien, nicht nur in der Birkenstraße. Zur Birkenstraße habe dieser außerdem beschlossen, dass die Aufgänge 1 bis 7 nur im Verbund verkauft werden. Die Bauunternehmer, die die neuen Besitzer sind, hätten die wirtschaftliche Kraft dazu, betont er. „Die Woba muss nur den Kaufpreis ermitteln und kann dann frei verkaufen“, sagt der Bürgermeister. Der zweite Bewerber habe nur die 6 und 7 kaufen wollen.
Unsere Zeitung fragte bei Christoph Krohn, den Leiter des Rechts- und Kommunalaufsichtsamtes, nach. In diesem Fall war die Wohnungsgesellschaft nicht gezwungen, ein förmliches Vergabeverfahren zu organisieren, sagt er. „Auch wenn sie natürlich den Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit verpflichtet ist.“ Deshalb müsse ein Verkehrswertgutachten in Auftrag gegeben werden, das die Marktlage berücksichtigt. „Das haben wir“, betont Jens Schünemann. Am 23. Januar sei der Verkauf beschlossen worden. Ausschlaggebend war die Entscheidung, dass die Bauunternehmer alle Hausaufgänge und nicht nur die 6 und 7 sanieren wollen.
„Mir ist gar nicht die Chance gegeben worden, meine Pläne darzulegen“, sagt Maik T. Wenn ihm gesagt worden wäre, dass nur im Paket verkauft wird, hätte er sich das durchgerechnet und danach entschieden. Wenn die Sache rechtlich seine Richtigkeit habe, akzeptiere er das. „Aber besser wäre es gewesen, wenn ich auch eine Chance bekommen hätte.“