Polizeieinsatz in Pasewalk:

Plötzlich steht die Polizei bewaffnet vorm Bett

Stellen Sie sich vor, Sie schlafen friedlich nach einem verrückten Tag – und dann stürmt das SEK ihre Wohnung. Diesen Albtraum erlebte ein junger Pasewalker.

So sieht es nach dem Durchbruch mit dem Schlagbohrhammer auf dem Klo aus. Rechts die zerstörte Wand.
Angela Stegemann So sieht es nach dem Durchbruch mit dem Schlagbohrhammer auf dem Klo aus. Rechts die zerstörte Wand.

Der 27-jährige Rocco (Name ist der Redaktion bekannt) lebt in der Wohnung eines Prenzlauer Vermieters in der Pasewalker Breitscheid-Straße. Als Rocco am Morgen auf der Toilette war, hörte er plötzlich hinter sich ein lautes Geräusch. Und plötzlich fiel in dem winzigen Raum der Putz herunter. Aus der Nachbarwohnung kam die Spitze eines Schlagbohrhammers durch die Wand. Warum? Rocco weiß es nicht. Er weiß nur, dass dem Nachbarn der Strom abgestellt wurde. Dieser war offensichtlich auf der Suche nach einer Leitung, die er anzapfen konnte.

Aber es sollte noch schlimmer für den jungen Mann kommen. Der Nachbar unter ihm feierte eine lautstarke Party. Das Trinkgelage artete wohl in eine Schlägerei aus. Rocco klopfte beim Nachbarn an die Tür und bat um Ruhe. Der Nachbar blutete an der Hand und hatte ein Handtuch herum gewickelt. „Ich habe ihn noch gefragt, ob er Hilfe braucht, dann bin ich nach oben gegangen“, erzählt der junge Mann.

Gegen 6 Uhr mit einmal Lärm. Roccos Wohnungstür flog aus der Verankerung. Acht SEK-Leute stürmten seine Wohnung. „Sie schrien: ‚Wo sind die Waffen?’“, erinnert sich Rocco. Aber er habe gar nicht gewusst, was sie von ihm wollen. In Handschellen wurde er eine halbe Stunde lang verhört.

Es stellte sich heraus: Der stark alkoholisierte Nachbar hatte behauptet, dass sein Nachbar mit Gewehren bewaffnet vor ihm gestanden habe. Das Einsatzkommando fand aber nur eine Spielzeugpistole.

Aber wer bezahlt jetzt die kaputte Tür? Für den in Prenzlau ansässigen Vermieter ist die Sache rechtlich klar: „Der Mieter hat die Wohnung von mir mit einer heilen Tür bekommen.“ Ausgang ungewiss.

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Kommentare (1)

Es ist schon erstaunlich - manchmal genügt eine verleumderische Äußerung von alkoholisierten Randalierern in der Nachbarwohnung - und die Polizei ist sofort zur Stelle, mit SEK sogar. Und anderenorts sitzen die Beamten in ihrem Dienstzimmer, während "draußen" das wahre Leben passiert: Da fahren reihenweise PKW durch gesperrte Straßen, durch die lt. Beschilderung nur Omnibusse fahren dürfen, da werden STOP-Schilder nur als Achteck gesehen, aber in ihrer Bedeutung nicht erkannt, da stehen PKW mit gesunden Fahrer/innen vor dem NETTO auf Behindertenparkplätzen, und von Überschreitungen der vorgeschriebenen Geschwindigkeiten wollen wir gar nicht erst reden. Und wo ist da die Polizei ??? Und in diesem Fall auf die Bezahlung des angerichteten Schadens durch die Polizei zu hoffen käme der Zeit gleich, die es benötigt, auf die Ankunft der Pyramiden von Gizeh in Deutschland zu warten....