Böse Überraschung nach der Kur:

Polizei bricht Wohnung von Rentnerin auf

Eine aufgebrochene Wohnung fand Dorothea Süßenbach in Pasewalk nach ihrem Urlaub vor. Verantwortlich dafür waren aber keine Einbrecher, sondern die Polizei.

Dorothea Süßenbach (links), hier mit Tochter Petra Kühner, wohnt in der Prenzlauer Straße in Pasewalk. Als beide Anfang Mai von einer Kur in Polen zurückkehrten, erlebten sie die Überraschung: Die Wohnungstür war notgeöffnet worden.
Rainer Marten Dorothea Süßenbach (links), hier mit Tochter Petra Kühner, wohnt in der Prenzlauer Straße in Pasewalk. Als beide Anfang Mai von einer Kur in Polen zurückkehrten, erlebten sie die Überraschung: Die Wohnungstür war notgeöffnet worden.

Als Dorothea Süßenbach Anfang Mai zusammen mit Tochter Petra von einem Kuraufenthalt wieder in Pasewalk eintraf, da spürte sie in der Prenzlauer Straße an den Blicken der Leute, dass irgendetwas etwas nicht stimmt. „Manch einer blickte mich an, als sei ich ein Gespenst“, erinnert sich die Pasewalkerin. Die adrett gekleidete 79-Jährige liefert keinen Grund, dass man sie erstaunt ansehen muss. Vor der Wohnungstür entdeckten beide Frauen auf dem Fußboden eine Menge Späne und schließlich einen Zettel, der schockierte: Aus „gegebenem Anlass ist Ihr Türschloss im Beisein der Polizei ausgewechselt worden“, stand dort. Die neuen Schlüssel würde sie unter Vorlage ihres Personalausweises auf der Polizeiwache am Markt erhalten.

Was war geschehen? „Bei der Polizei erfuhren wir, dass eine Nachbarin, die mich kaum kennt, mich vermisste und die Polizei informierte. Wenn ich dement oder gebrechlich wäre, dann könnte ich das ja verstehen. Aber ich stehe noch immer mitten im Leben. Da muss man doch damit rechnen, dass ich verreise oder zur Kur fahre“, sagt die pensionierte Lehrerin.

Die Anwohner hatten die ganze Polizeiaktion mitbekommen und Dorothea Süßenbach schon „abgeschrieben“ – und sie erstaunt angesehen, als sie von der Kur zurückkehrte. „Da ich nicht tot auf dem Teppich lag, wurde die Tür ja wieder verschlossen und der Zettel angebracht.“ Schockiert sei sie darüberhinaus, dass auch ihre Sachen „mehr als nur in Augenschein genommen wurden“.

Türnotöffnungen nach Bürgerhinweisen sind so selten nicht, sagte Polizeihauptkommissarin Ortrun Schwarz, Sprecherin der Polizeiinspektion Anklam, auf Nachfrage. „Natürlich klopfen wir zuerst immer das Umfeld ab, versuchen in Erfahrung zu bringen, ob Bekannte oder Nachbarn wissen, wo sich die Person aufhält“, sagte sie. In der Wohnung würden die Beamten dann nach Hinweisen zum Aufenthalt der Person suchen. Gerade wenn Personen ein höheres Alter erreicht haben, können sie sich in einer Notlage befinden.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung

Kommentare (1)

Normalerweise könnte man sagen, ein besonderer Kommentar ist in diesem Fall nicht notwendig. Trotzdem ist es mir ein Anliegen mitzuteilen, dass es wunderbar ist, wenn man solche Nachbarn hat, wie beispielsweise Frau Süßenbach. Es ist schön, wenn Nachbarn aufmerksam sind und sich um ihre Mitmenschen kümmern. Eigentlich hätte sich Frau Süßenbach bedanken müssen, alleine für die Absicht, dass man an sie denkt und helfen wollte. Das nichts passiert ist, ist doch schön. Sollte dann tatsächlich mal etwas passieren mit Frau Süßenbach, werden sich in Zukunft bestimmt keine Nachbarn mehr kümmern. Das kann ich dann auch gut verstehen. Also, herzlichen Dank an die Nachbarin, welche sich Sorgen gemacht hat. Andere Leute würden sich wohl freuen, hätte man so eine Nachbarin.