An der polnischen Grenze:

Polizei jagt Diebe mit Hubschrauber

Zivilcourage lohnt sich! In Pampow vermasselten Nachbarn vier Dieben ihre Tour und stellten sie auf frischer Tat. Es gab eine Festnahme.

Einen Polizeihubschrauber sehen Bürger in Pampow auch nicht alle Tage.
Bernd Wüstneck Einen Polizeihubschrauber sehen Bürger in Pampow auch nicht alle Tage.

Am Dienstagabend wurden die Bewohner des Dorfes Pampow Zeugen einer spektakulären Verbrecherjagd.

Vier Diebe hatten sich ein Gartengrundstück mit Kleintierhaltung am Pampower Dorfrand direkt an der Straße in Richtung Stolzenburg, dem polnischen Stolec, ausgesucht. Bis zur Grenze sind es 500 Meter.

"Zufällig sahen meine Nachbarn ein Auto mit polnischem Kennzeichen durch Pampow fahren. Flüchtig bekamen sie mit, dass drei, vielleicht sogar vier Personen, im Auto saßen", erzählt der vom Diebstahl betroffene Pampower. "Das Auto kam dann zurück. Aber nur der Fahrer saß drin. Wo waren die anderen?" Die beiden Pampower, 26 und 39 Jahre alt, gingen deshalb in Richtung des Stolzenburger Weges und bemerkten drei Leute, die sich auf dem Gartengrundstück zu schaffen machten.

Bereits in der Nacht zum Montag  war der Besitzer der Parzelle bestohlen worden. Aus dem Geräteschuppen hatten Diebe ein Mähgerät mit Messerbalken entwendet. Wert: 1000 Euro. Bei dieser ersten Tour sahen wohl die Täter, dass da noch mehr zu holen ist. Der Bestohlene, ein Jäger, hatte da schon vorgesorgt und Dinge, die Wert besaßen, ausgeräumt. Aber eben nicht alles. Vor Ort befand sich noch eine Motorhacke im Wert von 2500 Euro. "Diese Hacke hatten die Diebe schon aus dem Geräteschuppen geholt und davor abgestellt, als sie gestört wurden", erzählt der Mann weiter.

Als die Diebe die Pampower bemerkten, machten sie sich in Richtung Grenze auf, verfolgt von den Pampowern. Zwischenzeitlich wurde die Polizei informiert, die nicht nur zügig im Wagen, sondern auch mit einem Hubschrauber und einer Wärmebildkamera anrückte. Die Pampower, ein Dritter war hinzugekommen, kreisten ein Feld ein, in dem sich die Täter aufhalten mussten. Dort konnten sie einen 19-Jährigen stellen, der sich im Besitz des am Vortag entwendeten Mähbalkens befand. Den anderen Dieben gelang trotz Hubschraubersuche die Flucht.

Axel Falkenberg, Sprecher der Polizeiinspektion Anklam, wertete die Aktion trotzdem als Erfolg. "Es zahlt sich aus, wenn Nachbarn die Augen offen halten und im Verbund mit der Polizei schnell gehandelt wird", sagte er. Dem gestellten 19-Jährigen blieb nichts anderes übrig, als die Straftat zu gestehen. Er gab an, das entwendete und erhoffte Diebesgut in Polen über einen Schrotthändler zu Geld zu machen.