Kriminalität:

Räumen Sie Ihre Lauben aus – bevor es Diebe tun!

Zehn Gartenlauben-Einbrüche in einer Nacht – das ist ganz schön happig! Passiert ist das in Pasewalks Gartenanlagen. Gibt es denn so viel Wertvolles, das die Laubenpieper da in ihren Behausungen horten? Wir machen den Test.

Burkhard Baßler nimmt das Radio mit nach Hause, wenn die Gartenarbeit vorbei ist. Das Feierabend-Bier bleibt in der Laube allerdings stehen, gesteht er.  
R. Marten Burkhard Baßler nimmt das Radio mit nach Hause, wenn die Gartenarbeit vorbei ist. Das Feierabend-Bier bleibt in der Laube allerdings stehen, gesteht er.  

In vielen Fällen verraten die Gartenbesitzer selbst, dass bei ihnen etwas zu holen ist: Die Satellitenschüssel am Laubendach verrät das Fernsehgerät. Gitter vor dem Fester lassen auf Wertvolles schließen. Und wer abends die leere Flasche Bier an der Bank abstellt, der signalisiert, dass es in der Laube auch noch volle Flaschen geben kann. In dieser Woche bekamen gleich zehn Pasewalker Gartenfreunde zu spüren, dass erst nach Einbruch der Dunkelheit das echte Gartenleben beginnt – für Diebe. Sie müssen nicht einmal bis spät in die Nacht warten. Nach 18 Uhr ist es bereits finster.

Aber ist wirklich so viel aus unseren Lauben herauszuholen? Der Nordkurier machte die Probe aufs Exempel – in der Sparte „Erholung“. Erlauben Sie uns einen Blick in die Laube?, fragten wir. Ja, sagten die Gartenfreunde. Allerdings wollte nicht jeder namentlich genannt werden, als er merkte, dass da mehr Werte stehen, als er persönlich eingeschätzt hat. Burkhard Baßler, an diesem Vormittag mit der Herbstfurche  beschäftigt, ist sich sicher: „Wertvolles habe ich nicht zu stehen“. Der Blick fällt allerdings auf Elektroherd, Wasserkocher, Kühlschrank, Radio, Decken, Gläser – und das Feierabendbier im Kasten. Nichts Wertvolles also? Der Hausrat ist schon in die Jahre gekommen, sagt er. Bei Verlust also verschmerzbar. „Das Radio allerdings nehme ich mit nach Hause, das ist dann doch zu schade“, sagt er.

Brigitte Roloff hat ihre Laube gerade verlassen und wirft mit Freundin Diana Höfs noch einen Blick in die Gärten der Nachbarn. Acht Jahre lang nutzt sie ihren Garten in der Sparte schon. „Ich habe damals die Geräte mit übernommen, neu ist also nichts mehr. Ich würde auch im Sommer keine Dinge mit Wert in der Laube lassen“, sagt sie. Darüber hinaus bleibt die Laube einsehbar – damit jeder sieht, dass dort nichts zu holen ist.

Meter weiter wirtschaftet Klaus-Dieter Timm im Garten. Auch er behauptet, eigentlich nichts Wertvolles zu besitzen. Wir rechnen dann auf, was wir sehen: Kaffeemaschine, Rasenmäher, Vertikutierer, Bohrmaschine... Schnell kommen 600 bis 700 Euro zusammen. „Doch so viel“, staunt der Mann. In einem weiteren Garten – der Besitzer möchte lieber anonym bleiben –,  sind es Gartengeräte und Handwerkszeug im Wert von mehr als 1500 Euro, die erst in der jüngeren Zeit angeschafft worden sind. „Malen sie bloß nicht den Teufel an die Wand“, sagt er, als das Thema Laubeneinbrüche zur Sprache kommt.

Axel Falkenberg, Sprecher der Polizeiinspektion Anklam, rät angesichts der in Pasewalk aufgenommenen Einbrüche, die Lauben unbedingt winterfest zu machen. „Alles Wertvolle muss raus“, sagt Falkenberg. „Alkohol gehört zwar nicht zu den wertvollen Dingen, aber stehen bleiben sollte auch das nicht, wie die jüngsten Einbrüche gezeigt haben. Jüngst gestohlen wurden unter anderem auch zwei Schachteln Zigaretten, eine Weinbrandflasche und ein Kasten Bier. Selbst die Bratkartoffeln, frisch zubereitet, aber kalt, wurden aufgegessen.“

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