Pasewalks Bürgermeister ist tot:

Rathaus-Mitarbeiter unter Schock

Nach dem plötzlichen Tod des Pasewalker Bürgermeisters Rainer Dambach ist in der Stadt nichts mehr, wie es war. Aber was passiert jetzt im Rathaus?

Die Flure im Rathaus sind leer. Betroffenheit breitet sich aus.
R. Marten Die Flure im Rathaus sind leer. Betroffenheit breitet sich aus.

Pasewalk ist schockiert. Freunde und Weggefährten Rainer Dambachs trauern. Die engsten Begleiter Dambachs hatten bereits am Sonnabend erfahren, dass Pasewalks Bürgermeister aus seiner früheren Heimatregion, dem Landkreis Ludwigsburg, nicht mehr zurückkehren wird. Dort, rund 800 Kilometer von Pasewalk entfernt, verstarb der Bürgermeister am Freitag.

"Ich kann es noch immer nicht fassen, ich bin erschüttert..."

Tief erschüttert zeigte sich am Montagvormittag auf seinem Weg zur außerordentlichen Zusammenkunft des Präsidiums der Stadtverordnetenversammlung und der Fraktionschefs Michael Ammon. „Ich kann es noch immer nicht fassen, ich bin erschüttert... Wir sind elf Jahre lang einen gemeinsamen Weg gegangen. Für Pasewalk ist Rainer Dambachs Tod eine Katastrophe – und ein Rückschlag um Jahre, wenn es um die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Stadt geht. Ich denke, viele haben bis heute noch nicht begriffen, wie viel Geld Rainer Dambach aus Schwerin nach Pasewalk geholt hat, damit sich die Stadt entwickelt“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Keine großen Worte

Ihre Erschütterung äußern wenig später im Rathaus Marlies Kull, Fraktionsvorsitzende der Linken, und Gerhild Teßmann, Fraktionsvorsitzende der Fraktion „Wir in Pasewalk“. Sie wollen keine großen Worte machen. CDU-Fraktionschef Rüdiger Behrendt richtet seine Gedanken vor allem in Richtung der Ehefrau und der weiteren Familienangehörigen: „Ich wünsche in dieser Zeit der Familie viel Kraft; denn die Familie ist besonders betroffen. Gerade in der Vorweihnachtszeit muss es sehr schlimm sein, einen solchen Verlust zu erleiden.“

Die Nachricht von Dambachs Tod erreichte am Sonntag und Montag auch die Partnerstädte. Seine Betroffenheit drückte in einer ersten Reaktion der Bürgermeister von Police, Wladyslaw Diakun, aus. Für ihn persönlich sei die Nachricht ein Schock und Dambachs Tod ein großer Verlust für die guten partnerschaftlichen Beziehungen der beiden Städte. Diakun weilt derzeit zu einer Beratung in Warschau, dort erhielt er die Nachricht.

Offizielle Trauerfeier am 4. Dezember

Im Rathaus begann der Montag mit einer hausinternen Personalversammlung. Die Mitarbeiter gedachten des verstorbenen Bürgermeisters. Um 10 Uhr versammelten im Kleinen Sitzungssaal Stadtpräsident Norbert Haack sowie die amtierende Bürgermeisterin Gudrun Baganz das Präsidium der Stadtverordnetenversammlung. Geladen waren ebenfalls die Fraktionsvorsitzenden. In dieser Runde und in Absprache mit Dambachs Ehefrau Waltraud Gundlaff sei man übereingekommen, dass die Stadt am 4. Dezember ab 17 Uhr
im Kulturforum Historisches U/Luisensaal eine offizielle Trauerfeier ausrichten wird, teilt anschließend Gudrun Baganz der Presse mit.

Zur Beisetzung Dambachs am 28. November in seinem Heimatort Murr wird eine Delegation der Stadt fahren. Vertreten sein werden Kommunalpolitiker sowie Vertreter der kommunalen Betriebe der Stadt. In der Stadtverwaltung liegt darüber hinaus ein Kondolenzbuch für die Bürger aus. Die für Donnerstag geplante Stadtverordnetenversammlung hat der Präsident abgesagt, sie findet jetzt am 3. Dezember statt.

Nähere Umstände des Todes noch unklar

Noch immer ist offen, welcher Krankheit Dambach erlag. Alle Auskünfte zu den näheren Umständen des Todes des Bürgermeisters habe sich die Ehefrau vorbehalten, sagte Gudrun Baganz auf Nachfrage. „Rainer Dambach war bis zum 5. November im Dienst. Vom 6. bis zum 11. November befand er sich nicht in medizinischer Behandlung, sondern hatte Urlaub, den er in der Heimatregion verbrachte. Am 11. November habe ich dann von der Ehefrau die Information erhalten, dass der Bürgermeister seinen Dienst aus gesundheitlichen Gründen am 12. November nicht antreten kann und länger fehlen wird“, so Gudrun Baganz weiter.

Dienstzimmer ist versiegelt

Da sich im Arbeitszimmer des Bürgermeisters persönliche Dinge befinden, hat die amtierende Bürgermeisterin das Dienstzimmer im Beisein von Mitarbeitern der Stadtverwaltung versiegelt. Entnommen wurden nur die Unterlagen des aktuellen Geschäftsbetriebes. Die Freigabe des Zimmers erfolgt erst dann, wenn die persönlichen Dinge im Beisein von Verwaltungsmitarbeitern abgeholt worden sind. „Bei Rainer Dambach trifft zu, was oft gesagt wird: Er wurde mitten aus einem arbeitsreichen Leben gerissen, aus einem Leben, das noch immer voller Ideen steckte“, so Gudrun Baganz.

 

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