Störung:

Rechte provozieren Einsatz der Polizei

Es war eine bedrohliche Situation, die rund 25 zumeist polnische Bürger in Löcknitz erlebten. Sie informierten sich im Bürgerhaus über die Integration von Flüchtlingen und sahen sich plötzlich mit Rechtsextremen konfrontiert. Die Polizei schritt mit einem massiven Aufgebot ein.

Mit einen großen Aufgebot sicherte in Löcknitz die Polizei eine Veranstaltung des Vereines Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA). Polnische Bürger wurden im Bürgerhaus über die Integration von Flüchtlingen informiert. Namentlich bekannte NPD-Anhänger versuchten, das zu verhindern.
Rainer Marten Mit einen großen Aufgebot sicherte in Löcknitz die Polizei eine Veranstaltung des Vereines Regionale Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA). Polnische Bürger wurden im Bürgerhaus über die Integration von Flüchtlingen informiert. Namentlich bekannte NPD-Anhänger versuchten, das zu verhindern.

In Löcknitz hat am Mittwochabend eine Gruppe Rechtsextremer eine Veranstaltung der Regionalen Arbeitsstelle für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) gestört. Vertreter des in der Gemeinde tätigen Projekts „Perspektiva“ der RAA hatten polnische Bürger eingeladen, um ihnen zu erklären, was hierzulande für die Integration von Flüchtlingen getan wird. Unter die Teilnehmer mischten sich der NPD-Gemeindevertreter Dirk Bahlmann und vier oder fünf weitere Rechtsextreme und störten massiv die Veranstaltung.

„Die Situation war bedrohlich, richtig bedrohlich! Die Rechtsextremen versuchten die Teilnehmer einzuschüchtern, haben sich vor die polnischen Bürger gestellt und Begriffe geäußert, die aus unserer Sicht volksverhetzend sind. Wir haben auf unser Hausrecht verwiesen und die Rechtsextremen von der Veranstaltung ausgeschlossen. Schließlich haben wir die Polizei gerufen“, blickte am Donnerstag Niels Gatzke, Leiter des Projektes „Perspektiva“ der RAA, auf die Ereignisse des Vortages zurück. Der NPD-Gemeindevertreter Bahlmann habe mehrfach versucht, das Wort an sich zu ziehen. „Die Polizei hat aus unserer Sicht sehr gut reagiert. Bürgermeister Ebert hat sich bei den Teilnehmern für den Vorfall entschuldigt“, so Gatzke weiter.

Insgesamt waren neun Funkstreifenwagen der Polizei vor Ort. Dieses massive Aufgebot begründete eine Sprecherin des Polizeipräsidiums in Neubrandenburg mit der konkreten Gefahrenlage. „Wir wussten nicht, was uns erwartet. Deshalb dieses Aufgebot“, sagte Polizeikommissarin Nicole Buchfink. Die Kräfte der Polizei verwiesen die Rechtsextremen des Gebäudes und stellten ihre Identität fest. Zu körperlichen Auseinandersetzungen sei es nicht gekommen. Die Polizisten gewährleisteten anschließend den störungsfreien Ablauf der Veranstaltung. Gegen die Störer wurden Anzeigen wegen des Verdachts der Volksverhetzung, der Nötigung und des Hausfriedensbruchs aufgenommen. Die weiteren Ermittlungen führt der Staatsschutz der Kriminalpolizeiinspektion Anklam.