Schornsteinbrände häufen sich:

Rußbrand: Das können Sie vorbeugend tun

Das ist ja wirklich besorgniserregend: Schon wieder hat ein Schornstein gebrannt. Diesmal in Bellin. Das Schlimme: Offenbar ist kein Hausbesitzer vor diesem Schrecken geschützt. Kann man denn gar nichts tun, um einem Rußbrand vorzubeugen? Etwas schon, sagen die Torgelower und Ueckermünder Wehrchefs.

Schornsteinbrände häufen sich in der Region. So löschten auch die Eggesiner Feuerwehrleute am Sonntag einen Rußbrand.
Christopher Niemann Schornsteinbrände häufen sich in der Region. So löschten auch die Eggesiner Feuerwehrleute am Sonntag einen Rußbrand.

Die Feuerwehren der Region kommen nicht zur Ruhe. Mehrere Rußbrände in den zurückliegenden Tagen hielten sie Atem. Nach zwei Rußbränden in Torgelow und einem in Eggesin traf das Unglück nun ein Haus in Bellin. Die Bewohner kamen zum Glück mit dem Schrecken davon. Dennoch war der Einsatz für die Löschmänner nicht einfach. „Der Schornstein hatte zwei Krümmungen, das hat die Löscharbeiten erheblich erschwert“, sagt Ueckermündes Wehrführer Roland Till.

Was war passiert? In der Nacht zum Montag gegen 22.30 Uhr wurden die Löschmänner alarmiert. Vor Ort stellten sie fest, dass der Schornstein verstopft ist. Also beseitigten die Kameraden die Verstopfung. Was aber dazu führte, dass der Ruß sich an der zweiten Krümmung festsetzte. Und da kamen die Retter nicht heran. „Darum haben wir uns zu einem kontrollierten Abbrennen entschlossen“, berichtet der Wehrführer. Die Löschmänner sind davon ausgegangen, dass sich das Feuer einen Weg sucht, und sie hatten recht. Natürlich haben sie den Vorgang sehr genau beobachtet. Die Ueckermünder Kameraden haben sogar ihre Kollegen aus Torgelow um Hilfe gebeten. Denn die verfügen über eine Wärmebildkamera. Damit untersuchten sie das Haus ganz genau, fanden aber keinen weiteren Brandherd mehr.

Wie kommt es nun zu diesen gefährlichen Rußbränden? Können sich Hausbesitzer davor schützen? Auf jeden Fall sollte man nasses Holz beim Heizen vermeiden, raten die Wehrführer Roland Till (Ueckermünde) und Lars Cornelius (Torgelow). Denn darin vermuten sie eine Ursache. Im Normalfall müsse das Holz zwei Jahre lagern, um trocken genug zu sein. Wird es zu schnell verfeuert, entsteht viel Ruß. Auch wenn mit Chemikalien behandeltes Holz in den Ofen kommt, steigt die Rußbildung. Der Ruß setzt sich dann ab, und irgendwann ist der Schornstein damit dicht.

Schlagen die Flammen nach oben, gestalten sich die Löscharbeiten in der Regel relativ einfach. Schlimmer ist es, wenn der Qualm nach unten, also aus dem Ofen, dringt. „Dann sollte man nicht den Helden spielen“, warnt Lars Cornelius. Denn es kann sehr schnell zu einer Rauchvergiftung kommen. Ratsam ist daher, unter der Telefonnummer 112 die Rettungskräfte zu alarmieren. Die sind mit Atemschutzgeräten und der entsprechenden Löschtechnik ausgestattet. Auf keinen Fall sollte Wasser zum Löschen eingesetzt werden. Es entsteht im heißen Schornstein sofort Wasserdampf. Bei großer Hitze kann dies sogar explosionsartig geschehen. Der Schornstein kann Risse bekommen oder sogar auseinander fliegen.

Beide Wehrführer empfehlen eine regelmäßige Säuberung des Schornsteins durch den zuständigen Schornsteinfeger. Dabei gibt es genaue Vorschriften. Wird der Ofen weniger als 30 Tage beheizt, muss einmal im Jahr gekehrt werden. Ansonsten ist eine zweimalige Wartung im Jahr Pflicht. Natürlich kann der Schornstein auch öfter gesäubert werden. Das machen die meisten Bürger aber nicht, da das ja Geld kostet. Günstig ist es, den Schornstein zu Beginn und zum Ende der Heizperiode reinigen zu lassen.

Die Häufung der Brandfälle in den vergangenen Tagen und Wochen sei aber nicht besorgniserregend, betonen die beiden Wehrführer. In der zurückliegenden Heizperiode musste die Ueckermünder Wehr beispielsweise fünf Mal wegen eines Rußbrandes ausrücken.