Unsicheres Angebot:

Schloss Krugsdorf - Wer will es kaufen?

Die Krugsdorfer Hotels und die komplette Golfanlage stehen zum Verkauf. Wer 4,8 Millionen Euro hinblättert, bekommt die Anlage – vielleicht! Denn alles ist mit einem großen Fragezeichen versehen.

Schloss Krugsdorf und die Golfanlage werden derzeit für 4,8 Millionen Euro zum Verkauf angeboten.
NK-Archiv Schloss Krugsdorf und die Golfanlage werden derzeit für 4,8 Millionen Euro zum Verkauf angeboten.

Uwe Fenner ist optimistisch. Der Immobilienmakler bei Stadt & Raum Immobilien mit Sitz am Berliner Kurfürstendamm 106 ist Ansprechpartner für jeden, der sich für eine Offerte bei Immonet.de, einem der großen deutschen Immobilienportale, interessiert. Dort wird seit Tagen ein millionenschweres Objekt angeboten: Das Schloss- und Golfhotel Krugsdorf. „So eine Anlage verkauft man nicht sofort. Das dauert. Aber in den wenigen Tagen, seit der Verkauf öffentlich ist, haben sich bereits Interessenten gemeldet.“

Uwe Fenner ist sogar zuversichtlich, nicht nur 4,8 Millionen Euro für die Krugsdorfer Liegenschaften zu erhalten. Stadt & Raum Immobilien unterhalte Kontakte zu den Betreibern großer Sportstätten und Gesellschaften, die sich finanziell in dieser Branche engagieren, erläutert er. „Die Gespräche stehen noch bevor, unsere Vertriebsaktivitäten stecken erst am Anfang...“

Die jetzige Offerte trifft Detlef Deutschländer, Geschäftsführender Gesellschafter der Deutschländer Hotel & Golfresort Schloss Krugsdorf GmbH. Seine Firma betreibt seit dem 1. Oktober 2011, wie Deutschländer unterstreicht, „zunehmend erfolgreich die Hotels und Golfanlage“. Die Offerte trifft ihn aber nicht aus heiterem Himmel. „Anfang 2012 haben wir viel Kraft investiert, um den Komplex erwerben zu können. Mit den vier Besitzern wurde damals vereinbart, den Besitz angesichts der komplizierten Grundbuchsituation und Schuldverschreibungen in einem Pool zusammenzufassen; aus diesem Pool heraus wollten wir den Kauf vollziehen. Immer vor den abschließenden Unterschriften gab es Querschüsse eines Miteigentümers, sodass das Geschäft nicht zustande kam“, sagt er. „Das alles bringt nun natürlich Unruhe ins Geschäft, die wir nicht gebrauchen können. Unter anderem gibt es zahlreiche Anmeldungen für Hochzeiten. Wir jedenfalls stehen zu unseren Verpflichtungen.“

Heillos zerstritten

Für die jetzige Verkaufsofferte gibt es eine Begründung: Miteigentümer Jacob Bart Fernhout und die Deutschländer GmbH sind heillos zerstritten. „Es ist ein schwebendes Verfahren. Jede Seite bemüht derzeit die Rechtsanwälte. Details möchte ich nicht nennen“, sagt dazu Detlef Deutschländer.

Zwei, drei Details lässt dagegen auf Nachfrage Jacob Bart Fernhout durchblicken. Der Holländer und frühere Betreiber der Schloss Krugsdorf GmbH übernahm 2004 Schloss und Garni-Hotel, später ließ er die Golfanlage anlegen. Allerdings hatte er permanent Zahlungsschwierigkeiten. Im März 2012 stellte eine Krankenkasse für sein Unternehmen Insolvenzantrag. Fernhout, wirtschaftlich nun außen vor, blieb indes Eigentümer des Schlosshotels. „Ich habe den Pachtvertrag zum 10. Mai 2012 gekündigt. Derzeit läuft eine Räumungsklage“, sagt er. Der Grund seien offene Pachtzahlungen. Zu den Zahlungsverpflichtungen, so Deutschländer, gebe es wiederum Absprachen mit Dritten, da die Ermittlungen gegen Bart Fernhout nicht abgeschlossen sind. Ermittelt wird wegen des Verdachtes des Betruges.