Spionieren:

Schon bemerkt? So werden wir überwacht!

Im öffentlichen Raum weist ein Schild darauf hin: Vorsicht Videoüberwachung! In der Regel muss man allerdings auch in Pasewalk genauer hinschauen, will man die Kameras entdecken, die inzwischen an vielen Orten einen Blick auf uns werfen.

Beate Hamann, stellvertretende Edeka-Marktleiterin, zeigt auf den Monitor. Wenn der Markt alle Kameras betreibt, dann werden zeitgleich neun Bereiche dargestellt.
Rainer Marten Beate Hamann, stellvertretende Edeka-Marktleiterin, zeigt auf den Monitor. Wenn der Markt alle Kameras betreibt, dann werden zeitgleich neun Bereiche dargestellt.

Nicht nur die Amerikaner lieben es, ihre Mitbürger im Blick zu haben, auch die Deutschen können das Spionieren nicht lassen. Die Videokamera wird da immer beliebter. Wer die Post in Pasewalk betritt, ist im Visier unsichtbarer Augen. Nicht anders ist es bei der Sparkasse Uecker-Randow oder der Volksbank Uckermark-Randow. Diese Kassenräume müssen sogar laut Gesetz mit Raumüberwachungsanlagen ausgestattet sein. Wer das Polizeigebäude betreten möchte, wird zuerst in Augenschein genommen. Das passiert auch beim Betreten der Kreisverwaltung und fast aller großen Discounter und Geschäfte Pasewalk.

„Die Installationen an der Kreisverwaltung – immer vor den Haupt- und Nebeneingängen – sind mindestens eineinhalb Jahrzehnte alt“, sagt der Sprecher der Kreisverwaltung Achim Froitzheim. Die Aufnahmen fließen in der rund um die Uhr besetzten Kreisleitstelle ein. Der Nutzen? Den gibt es garantiert, sagt Froitzheim. Einbrüche traten noch nie auf. „In all den Jahren hat zum Beispiel auch keiner die Bank gestohlen, die vor dem Haupteingang auf dem Verwaltungshof steht. Sie steht genau in Blickrichtung einer Kamera.“

"Mit Kamera überwachte Bereiche sind sicherer"

Axel Falkenberg, Sprecher der Polizeiinspektion Anklam, ist überzeugt, dass mit der Kamera überwachte Bereiche sicherer sind. „In einem privaten Bereich legt die Videoüberwachung der Eigentümer fest. Er nimmt dort sein Hausrecht wahr. Wenn es jedoch um öffentliche Plätze geht, dann wird es in Deutschland kompliziert. Der Gesetzgeber hat hier strenge und hohe Hürden gesetzt. Es dürfen zum Beispiel keine personenbeziehbaren Bilder anfallen“, erläutert er. Angesichts der rechtlichen Hürde kenne er im Kreisgebiet keine Stadt, die zum Beispiel ihren Marktplatz permanent im Video-Blick hat. „Dass das Thema Sicherheit stark interessiert, spürt unsere Kriminaltechnische Beratungsstelle. Monatlich gehen dort bis zu 30 Anfragen ein. Sie beziehen sich auch auf den wirksamen Einsatz von Videokameras im Privatbereich“, so Falkenberg. 

Dass die Großmärkte auf eine wirksame Videoüberwachung schon lange nicht mehr verzichten können, unterstreicht Jörg Berndt, Inhaber des Edeka-Centers Berndt. „Wir hätten die Verluste nicht im Griff“, sagt er. „Die Kameras schrecken sehr wirksam ab, zumal bei uns niemand erkennen kann, wo gerade gefilmt wird.“

Straßenmeister Volkmar Johst wiederum schwört dagegen hoch und heilig: Wir überwachen keine Verkehrsteilnehmer. Er reagiert damit auf eine Anfrage zu den Aufsatzkameras auf Ampeln. „Den Verkehr haben wir aber im Blick – über diese Kameras“, fügt er hinzu. In Pasewalk sind die unscheinbaren Aufnahmegeräte an der Einfahrt von der B 109/104 in die Löcknitzer Straße und an der Kreuzung Löcknitzer/Kalandstraße montiert, sagt der Straßenmeister des Straßenbauamtes Neustrelitz. Die Kameras, so Johst, registrieren weder individuelle Nummernschilder noch die Verkehrsteilnehmer, sondern sie projizieren sogenannte Detektionsschleifen auf die Straße. Über diese Schleife wird wiederum die Ampel geregelt. Die Schleifen erfassen also den Verkehrsfluss. An der Nordanbindung geschieht das hingegen über die in den Asphalt eingelassenen Schleifen. Nach Nordkurier-Zählung sind in Pasewalk mindestens 51 Kameras zur Videoüberwachung montiert. Alle Achtung!

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