Schranke, Feldsteine, Poller::

Schwarzparker haben keine Chance mehr

Ein Parkplatz, der sonst immer voll war, ist jetzt leer. Ein anderer ist dafür mittlerweile nahezu überfüllt. Was ist da los?

Wild neben dem Parkplatz zu parken, ist jetzt nicht mehr möglich.
Angela Stegemann Wild neben dem Parkplatz zu parken, ist jetzt nicht mehr möglich.

Auf den Parkplatz vor dem Pasewalker Klinikgelände kommt man nicht mehr so einfach rauf. Dort befindet sich jetzt eine Schranke – und bevor man den Platz verlässt, muss man bezahlen. Es ist ebenfalls nicht mehr möglich, sich neben den Platz an die Straße zu stellen. Das verhindern Riesen-Feldsteine, die dicht an dicht gelegt wurden. Da ist jemand steinreich. Auch am Rand der alten Straße wild zu parken, geht nicht mehr. Diese Chance nutzten oft Klinik-Mitarbeiter. Doch auf der Straße steht ein Poller. Nur Radfahrer kommen noch hindurch. Alles deutet darauf hin, dass jetzt Ordnung vor dem Krankenhaus-Gelände einzieht. Und mit dem kostenlosen Parken ist es vorbei.

Das Hickhack um den Parkplatz an der Bundesstraße dauert schon Jahre. Das Kuriose: Der Platz, der sich am Stadtrand zwischen der Klinik und der Straße befindet, gehört nicht der Klinik, sondern der Stadt. Doch ein richtiger Parkplatz war er eigentlich gar nicht mehr. Die Fläche schrie schon seit Jahren nach Sanierung. Die alten Platten aus DDR-Zeiten sind längst verschlissen.

Doch jahrelang signalisierte die Stadt auch, dass sie den kleinen Parkplatz mit den rund 50 Stellflächen loswerden möchte. Eine Sanierung sei zu teuer, selbst wenn man nachher Parkgebühren eintreibt, argumentierte Bauamtsleiterin Monika Hänsel. Die Stadt hätte es am liebsten gesehen, wenn Asklepios sich der Fläche annimmt. Die Klinikleitung signalisierte zwar Verhandlungsbereitschaft, entschied sich aber letztlich dagegen. Der Grund: Hinter der Klinik wurden zahlreiche Bezahl-Parkplätze ausgebaut. „Da haben wir so zwischen 450 und 480 Parkplätze. Meist sind noch Kapazitäten frei“, sagte seinerzeit Asklepios-Geschäftsführer Steffen Vollrath.

Die Stadt dachte dann zeitweise sogar daran, die Fläche einzuebnen und zu begrünen. Um die Stadtkasse zu füllen, kam schließlich die Idee auf, den Parkplatz zu verkaufen. Das zog sich aber hin, da neben der Schönfelder Baufirma Ninnemann und Postier sich plötzlich auch Frank Deutschländer, damals Mitglied des städtischen Finanzausschusses, als Bewerber ins Gespräch brachte. Das Kuriose daran: Er wollte mehr zahlen, als im Gutachten gefordert. Mit 11 300 Euro war der Wert der Fläche beziffert worden. Schließlich fiel dann die Wahl der Stadt doch auf die Baufirma aus dem Brandenburgischen als neuen Eigentümer.

Wer dort nun bis zu einer Stunde parkt, zahlt 50 Cent, zwischen anderthalb und zwei Stunden kostet es 1,50 Euro. Auch wenn mancher jetzt diskutiert, weil er plötzlich blechen muss: „Woanders bezahlt man das Doppelte“, sagt ein Autofahrer.

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