Sommer-Folgen:

Selbst die Wälder stresst die Hitze

Unter der Sonnenglut geht es auch den Wäldern nicht gut. Laub fällt von den Bäumen, und Nadeln verlieren ihren Glanz.

Diese Eiche ist massiv geschädigt durch die gefräßigen Raupen des Eichenwicklers und des Frostspanners.
Rita Nitsch Diese Eiche ist massiv geschädigt durch die gefräßigen Raupen des Eichenwicklers und des Frostspanners.

Nicht nur Menschen und Tiere leiden unter der Hitze. Auch die Bäume haben ordentlich zu kämpfen. Viele Exemplare hatten im kühlen und feuchten Frühjahr besonders kräftige Triebe ausgebildet. Doch der jetzige Wassermangel richtet unübersehbare Schäden an. „Viele Altbäume lassen die Blätter hängen, oder die Nadeln an den Kiefern sind glanzlos“, beschreibt der Löcknitzer Revierförster Michael Scholz die Situation. Besonders leiden jedoch die frisch gepflanzten Laub- und Nadelbäume, da deren Wurzelwerk noch nicht so ausgeprägt ist. Bei Trockenheit verbrauchen die Bäume viel Energie und werfen als Schutzmechanismus zum Teil die Blätter ab. Im Extremfall sterben die Bäume ab. „Die älteren Bäume verkraften die Trockenheit meistens mit einem zweiten Blattaustrieb, auch Johannistrieb genannt“, weiß Michael Scholz. Junge Kulturen, die stark geschädigt wurden, werden im darauffolgenden Jahr wieder nachgebessert.

Auch Schädlinge tummeln sich

Doch zusätzlich zur Dürre machen dem Revierförster Frostspanner und Eichenwickler zu schaffen. Die Raupen des Eichenwicklers ernähren sich überwiegend von Eichenblättern, aber auch von Ahorn und Buchen. Im Löcknitzer Revier sind einzelne Eichen kahl gefressen.

Außerdem sind Schäden durch den Frostspanner nicht zu übersehen. „Die zerstören die Fruchtknospen und die Blätter“, sagt Scholz. Bevorzugte Fraßbäume der Raupen sind: Eichen, Buchen, Linden, Ulmen und Birken. „Von den Löcknitzer Eichenbeständen sind zum Beispiel 16 Hektar, das sind weniger als 50 Prozent, von merklichem Fraß und zirka 65 Hektar von starkem Fraß betroffen. Insgesamt wachsen im Löcknitzer Revier auf etwa 157 Hektar Eichen heran.“

Zurzeit herrscht im Wald jedoch Kulturpflegesaison. Im Frühjahr und Sommer müssen die Forstkulturen gepflegt werden. Das geschieht durch Mähen oder im Bedarfsfall durch Pflanzenschutzmittel. Der Herbizideinsatz wird dabei immer auf ein notwendiges Maß beschränkt.„Chemische Keulen kommen auch bei den jetzigen Fraß-Schäden hier noch nicht zum Einsatz“, betont der Revierförster. Da könne man nur wenig tun. Oft helfe sich die Natur von selbst, beispielsweise durch den Johannistrieb – der genannte zweite Austrieb der Blätter – zum Beispiel nach einer Dürre.