Sozialarbeiterin:

Sie half den Schwachen und soll jetzt gehen

Geht es nach dem Landkreis Vorpommern-Greifwald, soll die Stelle der Sozialarbeiterin, die es bisher am Standort Pasewalk gab, eingespart werden. Der Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt Pasewalk macht mobil und fordert: Die Stelle muss bleiben!

Schwester Karola soll gehen: Ihr Vertrag läuft 2014 aus.
NK-Montage Schwester Karola soll gehen: Ihr Vertrag läuft 2014 aus.

Maria M. ist verzweifelt: Sie hat Brustkrebs. Beide Brüste mussten amputiert werden. Jetzt ist sie auf dem Wege der Besserung. Doch die seelischen Wunden sind längst nicht verheilt. Zu allem Ungemach teilte ihr das Versorgungsamt jetzt mit, dass sie durch ihre schwere Krankheit nur zu 20 Prozent behindert ist. Die junge Frau wollte dies nicht so hinnehmen. Doch wer kann da helfen? Wie schreibt man zum Beispiel einen Widerspruch? Sie fand Hilfe bei der Sozialarbeiterin Karola Kapitzke, wie schon viele Frauen, aber natürlich auch Männer vor ihr.

Seit 1990 hat die engagierte Sozialarbeiterin im Pasewalker Landratsamt gewirbelt, war immer für Behinderte, Kranke und Benachteiligte da. So half sie auch rund 20 Vereinen, Selbsthilfegruppen und Verbänden, die auf sozialen Gebieten agieren, regelrecht auf die Beine. Für alle war sie immer „Schwester Karola“. Und das ist bis zum heutigen Tag so. Karola Kapitzke könnte schon im Ruhestand sein; arbeitet jedoch immer noch auf Honorarbasis für den jetzigen Landkreis Vorpommern Greifswald als Sozialarbeiterin. Der Vertrag läuft Mitte 2014 aus. Doch was wird dann? Der Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt Pasewalk machte mobil, sammelte Unterschriften zum Erhalt dieser Stelle und nach Möglichkeit weiterhin mit Karola Kapitzke zu arbeiten.

"Die Stelle sollte unbedingt bleiben"

„Wir brauchen für die Uecker-Randow-Region eine Sozialarbeiterin“, meint Renate Kroll vom Vorstand des Senioren- und Behindertenbeirates. Gerade für Selbsthilfegruppen sei es schwierig, gehört zu werden. Oftmals heißt es bei den Behörden: Wir sind dafür nicht zuständig! „Deshalb sollte diese Stelle unbedingt bleiben“, fordert Renate Kroll.

Von Anke Radloff, Sprecherin des Landkreises, war zu erfahren, dass vorgesehen sei, die Aufgaben der Sozialarbeiterin auf andere Sachgebiete zu verteilen. Aber Sozialamtsleiter Gerd Hamm versprach, vor Ablauf des Honorarvertrages mit Karola Kapitzke nochmals über das Für und Wider für so eine Stelle zu sprechen.

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