Galenbecker See:

Stinkende Brühe ist eine Bakterienkolonie

Es stinkt und es sieht wie eine Chemikalie aus. Bei Michael Tetzlaff klingelten die Alarmglocken, als er eine türkisfarbende Brühe am Galenbecker See entdeckte. Den Fall hat jetzt das Umweltamt geprüft.

Türkisfarbende Rückstände ließen die Vermutung aufkommen, dass am Galenbecker See eine Chemikalie entsorgt worden ist. Es handelt sich jedoch um eine Bakterienkolonie, die sich dort ausbreitet.
Privat Türkisfarbende Rückstände ließen die Vermutung aufkommen, dass am Galenbecker See eine Chemikalie entsorgt worden ist. Es handelt sich jedoch um eine Bakterienkolonie, die sich dort ausbreitet.

Michael Tetzlaff war ziemlich erschrocken, als er in den Vernässungsflächen des Galenbecker Sees zwischen Heinrichswalde und Fleethof eine Brühe entdeckte, die er als Chemikalie einordnete. Türkisfarbend, stinkend - da hat jemand eine unbekannte Brühe in den Polder entsorgt, schoss es dem Mann durch den Kopf. Noch schlimmer: Die türkisblaue Masse verteilte sich langsam im gesamten Polder. Tetzlaff hielt das alles für einen gravierenden Eingriff in das sensible Vogelschutzgebiet Galenbecker See.

Das Umweltamt/Untere Wasserbehörde hat den Fall sofort nach der Nordkurier-Nachfrage geprüft. Ein Umweltdelikt liegt nicht vor. "Vielmehr handelt es sich sehr wahrscheinlich um eine Massenentwicklung von Cyanobakterien der Gattung Oscillatoria, die durch hohe Wassertemperaturen und eine stabile Wasserschichtung ausgelöst wurde. Für Menschen sind Cyanobakterien relativ unbedenklich, wenn das Wasser nicht in größeren Mengen aufgenommen wird", teilte Pressesprecher Achim Froitzheim mit.

Ausdrücklich warnte der Landkreis allerdings, dass Tiere mit dem Wasser in Kontakt kommen. Die von den Cyanobakterien produzierten Toxine können z.B. für Hunde in kleinsten Mengen tödlich sein.

Nordkurier digital: Jetzt 6 Wochen zum Sonderpreis testen!