Telefon-Abzocke:

Strasburgerin um mehrere tausend Euro geprellt

Wieder gab es einen perfiden Betrugsversuch in Vorpommern. Und wieder ist eine Rentnerin das Opfer. Dieses Mal ging die Sache nicht so glimpflich aus.

Aufgepasst! In Vorpommern kommt es in den letzten Wochen vermehrt zu Betrugsversuchen.
Federico Gambarini Aufgepasst! In Vorpommern kommt es in den letzten Wochen vermehrt zu Betrugsversuchen.

Heidrun Müller (Name von der Redaktion geändert) holt die Kopie eines Zeitungsartikels hervor. „Das mit der Penkunerin können sie fast eins zu eins auf mich übertragen“, sagt die Strasburgerin mit stockender Stimme. „Nur bei mir hat es geklappt“.

Die Rentnerin ist auf die üble Betrugsmasche hereingefallen, vor der eine aufmerksame Bankangestellte erst vor wenigen Tagen eine Penkunerin bewahrte. Doch der Zeitungsartikel hilft der Strasburgerin nicht. Ihr Fall trug sich bereits vor einigen Tagen zu. Mit der gleichen Masche.

Tausende Euro nach Thailand geschickt

Wie bei der Penkunerin hatte sich bei ihr ein angeblicher Mitarbeiter der Rentenversicherung gemeldet. Und dieser behauptete, eine Gewinnspielfirma aus Thailand treibe Forderungen in Höhe von mehreren tausend Euro ein, die nun beglichen werden müssten.

Diesbezüglich arbeite er eng mit dem Amtsgericht in Hamburg zusammen. Tatsächlich hatte die Strasburgerin an dem besagten Gewinnspiel früher einmal teilgenommen, dieses aber bereits vor acht Jahren gekündigt. Zahle Heidrun Müller nicht, so der Betrüger weiter, werde die monatliche Rente sofort um 70 Prozent gekürzt. Notfalls würde die Kürzung gerichtlich eingeklagt.

Innerhalb von drei Stunden müsse das Geld über den Geldversand Western Union bei ihm eingehen. Und die Strasburgerin zahlte. Nicht einmal, sondern gleich viermal innerhalb einer Woche – in Strasburg, Pasewalk und Neubrandenburg. Bei Western Union gab sie an, den Empfänger, einen Herrn Arnult Nilapun aus Thailand, persönlich zu kennen. Dies verlangten die Kriminellen von Heidrun Müller.

Rentnerin erstattet Anzeige bei der Polizei

Mehrere tausend Euro sind jetzt weg. „Ich bin von dem Mann mit der Rentenkürzung so unter Druck gesetzt worden, auch unter Zeitdruck. Ich konnte mich ja nicht informieren“, sucht Heidrun Müller eine Erklärung für ihr Handeln. Außerdem sei ihr bei Nicht-Zahlung mit noch höheren Kosten gedroht worden, nämlich für ein Gerichtsverfahren und einen Rechtsanwalt.

Letztlich befolgte Heidrun Müller den Rat der Rentenversicherung, bei der sie sich mittlerweile informiert hatte, und ging zur Polizei. Und sie schilderte der Zeitung den Fall, um andere zu warnen.

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