Rentner wehrt sich:

Teurer Ärger ums Rotlicht

Ein Pasewalker bestreitet, bei Rot über die Ampel gefahren zu sein. Er nimmt sich einen Anwalt, aber am Ende legt er nur drauf. Hat man als Bürger überhaupt eine Chance?

Kurt Ebert kam der Streit um eine rote Ampel teuer zu stehen.
Denny Kleindienst Kurt Ebert kam der Streit um eine rote Ampel teuer zu stehen.

Er sei vielleicht ein wenig schnell gewesen, das räumt Kurt Ebert (77) ein. Doch bei Rot über die Ampel? "Das stimmt nicht und ist gelogen". So sieht er die Sache an dieser Kreuzung in Neubrandenburg. Die Situation habe er wie folgt erlebt: Er habe bei rot gehalten. Als die Ampel grün wurde, fuhr er los und sah im Rückspiegel das Polizeiauto näher kommen - "bis auf einen Meter an den Kofferraum heran", wie er sagt. Er dachte, die Polizei habe es eilig und sei schneller gefahren. Kurz darauf hielten ihn die Beamten an. "Wäre es nur um die Geschwindigkeit gegangen, hätte ich sofort gezahlt", sagt er. 

Bußgeldbescheid über 118,50 Euro

Doch den Rot-Fahrt-Vorwurf wollte er nicht gelten lassen. Gegen den Bußgeldbescheid über 118,50 Euro legte er Einspruch ein. Den lehnte die Bußgeldstelle ab und übergab den Fall der Staatsanwaltschaft. Kurt Ebert nahm sich einen Anwalt. Die Beamten bekräftigten in einer dienstlichen Äußerung, die ihm zugesandt wurde, ihre Version. Kurt Ebert bleibt bei seiner. Aussage steht gegen Aussage. Der Rentner ist unsicher. Zur Hauptverhandlung lässt er es schließlich nicht kommen. Kurt Ebert zahlt das Bußgeld. Und weil er keine Rechtsschutzversicherung hat, auch die 535 Euro für seinen Anwalt.

"Schnauze halten und bezahlen ist weniger Ärger"

Michael Ammon, Fachanwalt für Verkehrsrecht in Pasewalk, sagt:  "Ohne eine Rechtsschutzversicherung würde ich das Risiko nicht eingehen". Widerspruch gegen einen Bußgeldbescheid einzulegen hätte aber durchaus die Chance auf Erfolg. Er empfiehlt nur, gleich einen Anwalt einzuschalten. Und da die Bußgeldstelle den Einspruch in der Regel ablehne, müsste man es zur Hauptverhandlung kommen lassen. Man solle sich außerdem nicht davon abschrecken lassen, so Michael Ammon, plötzlich Post von der Staatsanwaltschaft zu bekommen. Kurt Eberts persönliches Fazit: "Schnauze halten und bezahlen ist weniger Ärger".

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