Zahllose tote Stare:

Tier-Massaker auf der Autobahn

Es ist ein grauenvoller Anblick. Auf der A 20 zwischen Pasewalk und Strasburg liegen auf einem gut 20 Meter langen Abschnitt unzählige tote Vögel am Fahrbahnrand.

Wie achtlos weggeworfen liegen die toten Stare in großer Zahl am Fahrbahnrand, während der Verkehr auf der A 20 weiter vorbei rauscht.
Barbara Möller Wie achtlos weggeworfen liegen die toten Stare in großer Zahl am Fahrbahnrand, während der Verkehr auf der A 20 weiter vorbei rauscht.

Dicht an dicht liegen die schwarzen Vögel am Fahrbahnrand der A 20. Die sonst so agilen Tiere mit den hübschen weißen Tupfern im Gefieder zeigen keine Regung mehr. Es sind Stare, deren Kadaver hier wie achtlos ausgestreut liegen. Unmittelbar daneben auf der Autobahn rauscht der Verkehr vorbei.

Die toten Vögel bieten einen verstörenden Anblick, der Erinnerungen an die Vogelgrippe-Epidemien wachruft. Eine Seuche hat die Tiere indes wohl nicht dahin gerafft. „Möglicherweise war ein Falke hinter ihnen her“, vermutet Ulf Bähker. „Starschwärme vollführen ebenso erstaunliche wie eindrucksvolle Formationsflüge, wenn sie von einem Raubvogel verfolgt werden“, so der Nabu-Naturschutzreferent. Bei solchen Aktionen könne es schon mal vorkommen, dass die Vögel die Gefahr der Straße nicht wie sonst wahrnehmen und Teile des Schwarms dann mit Fahrzeugen auf der Autobahn kollidieren.

Vermutlich krachten die Vögel in einen Laster

Ein Zusammenstoß mit einem Auto oder Lastwagen sei daher die plausibelste Erklärung für den traurigen Anblick auf der A 20, so Bähker. Es sei auch schon vorgekommen, dass Hunderte toter Stare aufgefunden wurden. "In diesen sehr seltenen Fällen sind dann Unwetter schuld, von denen die Vögel überrascht wurden."

Im Fall der toten Stare auf der A 20 sei ein Zusammenstoß mit einem Lastwagen die logische Schlussfolgerung. "Die Stare sammeln sich zu dieser Jahreszeit in riesigen Verbänden. In den Morgenstunden brechen die Starschwärme zur Nahrungssuche auf. Während des Tages fliegen die Stare in kleineren Gruppen umher, bis sie sich abends wieder in Schwärmen zusammenfinden, um dann gemeinsam ihre Schlafplätze anzufliegen", erklärt der Nabu-Experte.

Autofahrer sollten auf Schwärme achten

Stare bevorzugen für die Nacht Plätze mit vielen Versteckmöglichkeiten. Für Autofahrer bedeutet das erhöhte Aufmerksamkeit überall dort, wo Schilf, Gebüsch oder Hecken in der Nähe der Trasse wachsen. Ein Schaden am Auto sei bei einer Kollision zwar eher nicht zu befürchten, doch wie bei Wildwechseln gelte es bei Sichtung von Starschwärmen, die Fahrt zu verlangsamen und besonders vorausschauend zu fahren, empfiehlt Bähkers. Wann die Zeit der großen Starschwärme endet, lässt sich nicht exakt voraussagen. "In den vergangenen Jahren ist zu beobachten, dass immer mehr Stare den Winter hierzulande verbringen", weiß Bähker. Dennoch geht der Ornithologe davon aus, dass Ende Oktober oder Anfang November der überwiegende Teil der Stare in Richtung Mittelmeerraum oder Südwesteuropa und abgeflogen ist.

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