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Tilo kämpft weiter: Jetzt geht es in die zweite Runde

Das Warten hat ein Ende. Der an ALS erkrankte Tilo Sykora fliegt am Montag in die Schweiz. Dort beginnt für den Strasburger der zweite Teil seiner Therapie. Die Behandlung im Ausland wird möglich durch eine großartige Spendenaktion, zu der unsere Zeitung aufgerufen hatte.

Der Strasburger Tilo Sykora hofft jetzt auf einen erfolgreichen zweiten Teil der Therapie.
Fred Lucius Der Strasburger Tilo Sykora hofft jetzt auf einen erfolgreichen zweiten Teil der Therapie.

Strasburg. Quälend lange Wochen liegen hinter Tilo Sykora und seiner Familie. Doch jetzt ist es endlich soweit: Mitte Juni wurde dem 36-Jährigen in einer Klinik in Tel Aviv in Israel Knochenmark entnommen. Daraus züchteten die Mediziner Stammzellen. Am kommenden Montag fliegt der an der Krankheit ALS leidende Strasburger nun in die Schweiz. Am Mittwoch sollen dem dreifachen Familienvater die gesunden Stammzellen in einer Klinik in Montreux eingepflanzt werden. „Der Termin hat sich um vier Wochen verschoben. Die Zellen waren noch nicht ausgereift, sie mussten noch wachsen“, erklärt Vater Heinz Sykora, der ebenso wie Tilos Ehefrau Heike mit in die Schweiz fliegt. Zwei Tage dauert die Behandlung in der Klinik.

Die Familie hofft, dass mit dem Einpflanzen der neuen Zellen der  Krankheitsverlauf zum Stillstand kommt und eine Besserung des Gesundheitszustandes eintritt. „Der Zustand von Tilo hat sich in den vergangenen Wochen weiter verschlechtert“, berichtet Heinz Sykora. Der 36-Jährige ist jetzt auf einen Rollstuhl angewiesen. Zur Arbeit bei der Gesellschaft für Kommunale Umweltdienste (GKU) in Strasburg muss er gefahren werden. „Wir sind der Firma sehr dankbar, dass sie Tilo weiter beschäftigt. Er will das auch unbedingt und nicht einfach zu Hause rumsitzen“, sagt Heinz Sykora.

Im Haus von Tilo und seiner Familie mussten jetzt einige Umbauarbeiten erfolgen. Zudem bekommt der dreifache Familienvater regelmäßig Massagen gegen die Versteifung von Armen und Beinen. Auch eine Reha-Klinik im Harz hatte Tilo zwischenzeitlich besucht. „Mit der kranken- und Pflegekasse gab es bislang überhaupt keine Probleme“, berichtet Heinz Sykora.

Mitte 2012 wurde bei seinem Sohn die als nicht heilbar geltende Krankheit ALS festgestellt. Es handelt sich dabei um eine fortschreitende und irreversible Erkrankung des motorischen Nervensystems, das für die für die Muskelbewegungen verantwortlich ist. Nachdem die Familie die Krankheit von Tilo über unsere Zeitung öffentlich gemacht hatte, kamen im März nach einer beispiellosen Spendenaktion innerhalb weniger Tage die notwendigen rund 25 000 Euro für die Therapie zusammen.