Inoffizielle Weltmeisterschaft im Bauernkegeln :

"Torfnacken" besiegen "Starke Frauen"

In der Schwedenzeit brachten die Skandinavier ihre Bräuche mit in die Region. Einen davon hat Landwirt Peter Markgraf wiederbelebt - das Bauernkegeln.

Turnier-Initiator Peter Markgraf (rechts) beim Hölzchenwurf. Die Bauernkegel-Weltmeisterschaft veranstaltete er in diesem Jahr zum zwanzigsten Mal.             
S. Kühl Turnier-Initiator Peter Markgraf (rechts) beim Hölzchenwurf. Die Bauernkegel-Weltmeisterschaft veranstaltete er in diesem Jahr zum zwanzigsten Mal.  

Es ist ein merkwürdiger Anblick. Mit kurzen Holzstöckchen bewaffnet, nehmen zahlreiche Menschen auf einer Wiese kurze Holzstämme ins Visier. Mit mehr oder weniger gut gezielten Würfen versuchen sie, die Stämme umzuwerfen. Gelingt es, wird das durch den Jubel der Zuschauer kommentiert. Die umgeworfenen Holzklötze fliegen dann ebenfalls durch die Luft, werden aufgestellt, nur um wieder von Stöckchen getroffen, zu Boden zu gehen.

Was aussieht, wie eine sportliche Art der Beschäftigungstherapie, ist die inoffizielle Weltmeisterschaft im Bauernkegeln. Initiiert hat sie Landwirt Peter Markgraf, auf dessen Hof sie einmal im Jahr stattfindet.

Holzklötze mit Stöckchen umwerfen

„Die Regeln sind ganz einfach“, sagt Markgraf. "Zwei Mannschaften versuchen abwechselnd, jeweils die Holzklötze der Gegenpartei mit ihren Stöckchen umzuwerfen." Bis zum Mittag finden die Vorrunden statt, am Nachmittag geht es in die K.O.-Runden. Am Abend wird dann im Finale der Weltmeister ermittelt.

„Schon im Dreißigjährigen Krieg wurde hierzulande Bauernkegeln gespielt“, hat Markgraf herausgefunden. Die Schweden haben es vermutlich mitgebracht. Zwischenzeitlich in Vergessenheit geraten, erfreut sich das Bauernkegeln wieder zunehmender Beliebtheit. Peter Markgraf hat zu seinem Turnier erstmals im Jahr 1993 eingeladen. Seitdem fand es jedes Jahr statt, mit steigender Resonnanz. Eine offizielle Einladung gebe es nicht. Das funktioniere alles über Mund-zu-Mund-Propaganda, so Markgraf.

Die Stimmung ist ausgelassen auf der großen Wiese, auf der 18 Mannschaften um den hölzernen Wanderpokal kämpfen. Auch die amtierenden „Weltmeister“ sind dabei. Sie nennen sich die „Torfnacken“ und wollen ihren Titel verteidigen. „Wir haben nicht geübt“, bringen sie ihre Vorbereitungsstrategie auf den Punkt. Eine der gegnerischen Mannschaften, denen sich die Weltmeister stellen müssen, nennt sich die „Starken Frauen“. Doch sie können die „Torfnacken“ nicht aufhalten. Am Ende des Turniers geht der Pokal an die Titelverteidiger.

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