Ermittler haben Zweifel:

Überfall auf Asylbewerber - alles nur frei erfunden?

Die Meldung machte viele Menschen in der Region fassungslos: Ein bewaffneter Überfall auf Flüchtlinge, Schnittwunden, schwere Blutergüsse. Doch womöglich hat es diesen Überfall nie gegeben.

Oleksandr und Olena Myloserdnyi (von links) sowie Irina und Vova Pavel fühlen sich mit ihren Kindern wohl in Strasburg. Gerne würden die Ukrainer hier bleiben und auch arbeiten.
Fred Lucius Oleksandr und Olena Myloserdnyi (von links) sowie Irina und Vova Pavel fühlen sich mit ihren Kindern wohl in Strasburg. Gerne würden die Ukrainer hier bleiben und auch arbeiten.

Viele Menschen in Strasburg konnten sich gar nicht vorstellen, dass sich so etwas in ihrer Stadt wirklich zugetragen haben sollte: Eine Prügelhorde, die da in der Nacht zum letzten Freitag ohne Grund auf zwei Asylbewerber losgegangen sein soll. Auch andere Flüchtlinge waren sprachlos. Aus Angst, aber auch aus Ratlosigkeit, denn sie hatten bis dahin ganz andere Erfahrungen in Strasburg gemacht. Sie hatten bis dahin Menschen getroffen, die Anteil an ihrem Schicksal nahmen, die sich dafür engagierten, dass sie sich schnell in ihrer neuen Umgebung eingewöhnen konnten. Und dann so eine Meldung!

Jetzt gibt es neue Erkenntnisse von Polizei und Staatsanwaltschaft: Demnach gibt es erhebliche Zweifel an der Darstellung des Geschehens durch die zwei Männer. Sprich: Die ganze Geschichte mit dem Überfall war womöglich nur frei erfunden.

Spurenlage und Aussagen sprechen gegen Angriff

Gegenüber dem Nordkurier sprachen sowohl das mit dem Fall betraute Polizeipräsidium Neubrandenburg als auch Staatsanwalt Gerd Zeisler von solchen „Zweifeln“. Laut Nordkurier-Informationen sprechen sowohl die gesamte Spurenlage als auch die widersprüchlichen Aussagen der beiden Männer gegen die Story vom Überall in der Schulstraße. Die Verletzungen haben die Männer sich womöglich selbst zugefügt.

Für die Menschen, die sich in der Flüchtlignsarbeit engagieren und die Asylsuchenden, die mit offenen Armen aufgenommen wurden, wäre es natürlich eine gute Nachricht, wenn am Ende der Ermittlungen stehen würde, dass es tatsächlich keinen gewalttätigen Angriff gab.

Es bliebe aber die Enttäuschung darüber, dass zwei Männer so viel Engagement durch ihre falschen Aussagen beschädigt hätten. Darunter leiden in erster Linie natürlich die Flüchtlinge, die dankbar dafür sind, dass sie hier in Sicherheit und Frieden leben können.

Weiterführende Links

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Kommentare (1)

Bevor die Ermittlungen der Polizei abgeschlossen waren,hat sich die Betroffenheitskultur vorsorglich schon in Stellung gebracht. Die Schuldigen standen wieder einmal bereits fest. Vielleicht sollte dieser Personenkreis erst einmal die polizeilichen Ermittlungen abwarten,bevor die Lichterketten für die Asylbewerber angezündet werden. Habe in meinem ehemaligem Berufsleben,mir viele Märchen aus diesem Personenkreis anhören müssen.