Behindert und sterbeversichert:

Und wer zahlt dann für meine Beerdigung?

Marko Borde ist Epileptiker, schon der nächste Anfall kann tödlich sein. Um seinen Angehörigen für diesen Fall wenigstens finanzielles Leid zu ersparen, schloss er eine Sterbegeldversicherung ab. Die allerdings soll er jetzt kündigen, so will es das Sozialamt.

Der nächste Anfall kann tödlich sein. Marko Borde hat deshalb eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen, die er jetzt allerdings kündigen soll. Das Amt will es so.
Fred Lucius Der nächste Anfall kann tödlich sein. Marko Borde hat deshalb eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen, die er jetzt allerdings kündigen soll. Das Amt will es so.

Seit einem Unfall mit 14 Jahren ist Marko Borde Epileptiker. Der 36-Jährige lebt deshalb mit einer ständigen Gefahr. Der Gefahr, vielleicht schon beim nächsten Anfall ersticken zu müssen. „Für einen möglichen Todesfall wollte ich vorsorgen und habe deshalb eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen“, berichtet Marko Borde, der bei den Gemeinnützigen Werk- und Wohnstätten (GWW) Pasewalk arbeitet und Sozialhilfe bezieht.

Seit dem Tod seiner Schwiegermutter weiß er, dass bei den Beerdigungskosten schnell 4000 bis 5000 Euro zusammenkommen. Eine solche finanzielle Belastung wollte der Pasewalker weder seiner Frau noch seiner Familie zumuten. „Auch dem Staat will ich nicht zur Last fallen“, sagt der 36-Jährige.

Umso erstaunter war er, als er vom Sozialamt dennoch die Aufforderung erhielt, die Sterbegeldversicherung zu kündigen. Die Begründung: Mit dem mittlerweile angesparten Betrag von rund 780 Euro liegt er über dem Vermögensfreibetrag, also zu reich“ wäre, um weiter Sozialhilfe zu bekommen.

Versicherungen zählen zum Vermögen

Die Vorschläge der Versicherungsagentur, den Vertrag beitragsfrei zu stellen, ihn Familienangehörigen zu übertragen oder zu kündigen, sind für Marko Borde keine Alternativen. „Ich wollte doch kein Vermögen ansparen. Ich möchte nur eine Sicherheit für den Ernstfall“, meint der Pasewalker.

Die Emotionen von Marko Borde kann Gerd Hamm nachvollziehen. Doch der Sozialamtsleiter im Landkreis Vorpommern-Greifswald verweist auch auf die eindeutigen gesetzlichen Bestimmungen. „Sozialhilfe-Leistungen sind abhängig von Vermögen und Eigentum. Dazu zählen auch Versicherungen.“ Und solange noch Vermögen oder Eigentum über den gesetzlichen Grenzen vorhanden sind, gibt es normalerweise auch keine Sozialhilfe.

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