Unwetter in Vorpommern-Greifswald:

Ungewöhnlich starker Hagelschlag

Verklumpte, kantige Hagelkörner, dazu Sturm und schließlich massenhaft Regen - über die südliche Kreishälfte ab Pasewalk bis Penkun und über Gebiete Brandenburgs ging am Sonntagabend ein starker Hagelschlag nieder. Ungewöhnlich? Die Meteorologen sagten am Montag: Nein!

In den Dörfern von Trebenow bis Brietzig gingen unerschiedlich starke Hagelkörner nieder.
R. Marten In den Dörfern von Trebenow bis Brietzig gingen unerschiedlich starke Hagelkörner nieder.

Gegen 17.30 Uhr wurde am Sonntagabend Malchow heimgesucht. Der uckermärkische Ort an der B 109 zwischen Prenzlau und Pasewalk wurde regelrecht mit Hagelkörnern in der Größe von Taubeneiern bombardiert. Die Eisstücke durchlöcherten Markiesen, Fliegengitter, Sitzüberdachungen aus Kunststoff. Nur zehn Minten später ließ die Wetterfront die Uckerniederung hinter sich, um in Trebenow, Werbelow, Milow, Brietzig sein Werk fortzusetzen.  Verklumpte, zusammengefrorene Eisbrocken gingen dort nieder. Wenig später fielen Unmengen von Regen. Straßen verwandelten sich in reißende Flüsse. Die Kanalisation schaffte die Wassermassen nicht.

Gegen 3.30 Uhr erreichte das Unwetter Wolgast und Greifswald. Die Folge: auch hier überschwemmte Straßen und Keller. Um die Unwetter-Schäden zu beheben, waren 150 Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehren im ganzen Landkreis im Einsatz.

"Satter halber Monatsregen"

Laut Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Montag ist etwa in Anklam in wenigen Stunden eine Niederschlagsmenge von mehr als 30 Millimeter herunter gekommen. "Das ist ein satter halber Monatsregen", sagte Hans-Werner Voß, Meteorologe beim DWD. Außergewöhnlich waren seiner Einschätzung nach die Temperaturen bis zu 32 Grad Celsius. Das komme nicht oft vor. "Und wenn so viel Energie in der Atmosphäre ist, kann es schon mal knallen", sagte der Wettermann. Derartige Wetterunbilden stufte der Fachmann allerdings nicht als ungewöhnlich ein. Das komme immer wieder einmal vor, wenn Fronten aufeinander treffen und größere Temperaturunterschiede bestehen.

Die Folgen des Unwetters waren im nördlichen Teil des Landkreises schlimmer als im Südkreis. Ganz im Süden, in Penkun, wurde eine Person verletzt. Dort war außerdem Wasser in die Regionale Schule eingedrungen, weshalb die Feuerwehr zum Abpumpen anrückte. Der voll gelaufene Hof eines Gehöft wurde ebenfalls vom Wasser befreit. Doch die Schäden hielten sich in Grenzen, wie der Penkuner Wehrführer Maik Weber sagte. "Um 23 Uhr waren wir alle wieder zu Hause."

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