Wütende Strasburger:

Warum sollen wir für die neue Straße zahlen?

Die Anwohner im Grünen Weg in Strasburg sind wütend. Sie sollen bald für eine neue Straße zahlen, die eigentlich gar nicht gebaut werden sollte. Welchen Wert hat das Wort des Bürgermeisters?

Sie sind sauer, dass sie für eine neue Straße im Grünen Weg zahlen sollen. Norbert Koch (rechts) zeigt das Schreiben, das er von der Stadt erhalten hat. Axel Kieper (links), Hartmut Kreibich und die anderen Anwohner haben diesen Brief bekommen.
Fred Luicus Sie sind sauer, dass sie für eine neue Straße im Grünen Weg zahlen sollen. Norbert Koch (rechts) zeigt das Schreiben, das er von der Stadt erhalten hat. Axel Kieper (links), Hartmut Kreibich und die anderen Anwohner haben diesen Brief bekommen.

Norbert Koch hat es geahnt: Als er sah, wie rabiat Mitarbeiter der Baufirma die Platten im Grünen Weg hochnehmen, war ihm klar, die können hier nicht wieder eingebaut werden. Aber genau das hat man Norbert Koch und anderen Anwohnern im März in einer Einwohnerversammlung versprochen. Eine neue Straße, so hieß es damals, wird hier im Grünen Weg nicht gebaut. Also müssen die Anwohner dafür auch nicht zahlen. Doch jetzt flatterte den Strasburgern ein Schreiben der Stadt ins Haus. Darin weist das Rathaus auf den desolaten Zustand des Plattenweges hin. Und kündigt an, dass die Anwohner laut Satzung an den Kosten des Ausbaus beteiligt werden. „Die Baufirma hat gar nicht versucht, die Platten ordentlich herauszunehmen. Mit den schweren Baufahrzeugen ist der Weg kaputt gemacht worden“, schimpft Koch. Sein Nachbar Hartmut Kreibich ergänzt: „Wir hätten keine neue Straße gebraucht. Auf unsere Grundstücke sind wir immer sauber und trocken gekommen.“

Dass man für den Ausbau der Wasser- und Abwasserleitungen finanziell mit herangezogen wird, sei klar. Aber nicht für die Straße, sind sich die Männer einig. „Welchen Wert hat das Wort des Bürgermeisters?“, fragt Koch. Wenn Dinge so gehandhabt werden, braucht man keine Einwohnerversammlung, meint der Strasburger. Der sich auch darüber wundert, dass das Schreiben von der Stadt mit Datum vom 12. November erst acht Tage später bei ihm ankommt. Wolle man so die Widerspruchsfrist verkürzen?

„Quatsch“, meint Bürgermeiter Norbert Raulin. Das Schreiben sei eine Information, kein Gebührenbescheid. „Vor Baubeginn wurde davon ausgegangen, dass das Baumaterial wieder verwendet werden kann. Zähneknirschend müssen auch wir nun zur Kenntnis nehmen, dass es nicht geht. Dies war eine Fehleinschätzung der Baufachleute und Planer. Man muss von Planern erwarten können, dass dies erkannt wird“, so Raulin. Die Stadt müsse jetzt zusätzliche Mittel für den Straßenausbau aufbringen. Fördermittel dafür seien nicht zu erwarten. Die finanzielle Beteiligung der Bürger sei keine Willkür oder Kann-Bestimmung, sondern laut Satzung vorgeschrieben.

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