Im Jatznicker Pappelweg kehrt keine Ruhe ein:

Wer hat den Schlupp-Brief gestohlen?

Klammheimlich wurden aus dem Schaukasten in Jatznick Tipps der Landtagsabgeordneten Beate Schlupp für die Mieter der Schweizer Wohnblöcke entfernt.

Schon wieder rumort es unter den Mietern der Jatznicker Blöcke im Pappelweg: Ein Aushang ist verschwunden.
Rainer Marten Schon wieder rumort es unter den Mietern der Jatznicker Blöcke im Pappelweg: Ein Aushang ist verschwunden.

Als Anfang Oktober die Bewohner im Jatznicker Pappelweg plötzlich mit kalten Wohnungen dastanden, wandten sich die Mieter auch an die Vizepräsidentin des Schweriner Landtages. Beate Schlupp sollte helfen. Immerhin wohnte die CDU-Landespolitikerin lange Jahre in Jatznick. Obwohl sie juristisch keine Möglichkeiten hat, in den Fall einzugreifen, weil alles im Bereich des Privatrechtes liegt, schrieb sie den Mietern trotzdem. Sie nannte die Stellen, die helfen könnten. Das alles stand in dem netten Brief. Ausgehangen wurde das Schreiben in dem verschlossenen Schaukasten der Gemeinde Jatznick. Dort allerdings blieb es nicht lange. Es verschwand auf unerklärliche Weise.

Nur ein Gemeinde-Beauftragter hat einen Schlüssel

Unter den Bewohnern im Pappelweg rumort es deshalb erneut: Wer hat Beate Schlupps Brief gestohlen? Ein Vertreter des Amtes Uecker-Randow-Tal war das jedenfalls nicht, mutmaßt auf Anfrage der Leitende Verwaltungsbeamte, Andreas Fabian. „Die Schaukästen befinden sich in der Verantwortung der Gemeinde. In der Regel hat dort nur ein Beauftragter den Schlüssel“, sagt er.

Dass mit dem Aushang des Briefes in dem Schaukasten gegen die Jatznicker Hauptsatzung oder gegen geltendes Recht verstoßen wurde, konnte Fabian nicht erkennen. „Für den Amtsbereich ist es so geregelt, dass alle amtlichen Bekanntmachungen im Internet unter www.amt-uecker-randow-tal.de stehen. Vereinfachte Bekanntmachen erfolgen auch in den elf Schaukästen der Gemeinden des Amtsbereiches. In den Dörfern ist es Praxis, dass auch Vereine oder Berechtigte Informationen für ihr Dorf aushängen, ohne die amtlichen Bekanntmachungen zu verdecken.“ Der Brief mit den Tipps der Landtagsabgeordneten für die Mieter sei unbedenklich und hätte so eine gewisse Zeit hängen können, sagt er. Aber der Brief ist weg.