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Wer ist schuld am Riesen-Unfall?

Nach einem spektakulären Unfall muss ein Bauteil einer Windkraftanlage geborgen werden. Harte Arbeit für Bergungsleiter Guido Siegmeier und sein Team. Indes gibt es eine Vermutung zur Unfallursache.

Erfolgreiche Bergung: Gegen 19.30 Uhr schwebte am Mittwoch das geborgene Turmsegment der Windkraftanlage an den Seilen. Dreißig Minuten später wurde es zur Überprüfung an die Baustelle gefahren.
Karsten Klinkenberg Erfolgreiche Bergung: Gegen 19.30 Uhr schwebte am Mittwoch das geborgene Turmsegment der Windkraftanlage an den Seilen. Dreißig Minuten später wurde es zur Überprüfung an die Baustelle gefahren.

Kurz nach Mitternacht rollte der Verkehr wieder auf der Landesstraße 284 zwischen Sommersdorf und Wartin. Bergungsleiter Guido Siegmeier, Mitarbeiter der in Grimmen ansässigen Firma Krandienst Lange, und sein Team hatten da eine über viele Stunden andauernde harte Arbeit hinter sich. Nicht oft erlebt Siegmeier so eine Bergung wie die des Turmsegmentes einer Windkraftanlage zwischen Sommersdorf und Wartin.

„Das Schwierigste an der ganzen Bergung war die Stellfläche. Sie musste so stabil sein, dass sie den Druck der Kranständer von mindestens 150 Tonnen je Fuß aushält“, sagte er. Und das bei dieser Straße, die nur etwa 5,20 Meter breit ist und an der rechts und links die Böschung bis zu acht Meter abfällt.

Zeitdruck wegen Vollsperrung

Auf dieser schmalen Straße platzierte der Bergungsleiter nicht nur einen Kran mit 350 Tonnen Hebekraft, sondern auch einen 200-Tonner und die Seilwinde. „Die reine Bergungsarbeit, das Zusammenspiel mit den Fahrern der Lastkraftwagen, den Kranführern und dem Führer der Seilwinde lief dann bestens“, sagte er.

Ohne Erfahrung sei er auch nicht ans Werk gegangen. „Ich bin rund 30 Jahre im Beruf, habe so manchen Zuckerrüben- oder Asphalttransporter wieder in Gang gesetzt, obwohl wir eigentlich ein Kranunternehmen und keine Bergungsfirma sind. Aber man hat da so seine Erfahrung.“

Vor Ort musste zwar unter Druck gearbeitet werden, weil ja die Straße voll gesperrt war. "Aber es ist ein ganz anderer Druck, als wenn man weiß, dass da noch Verletzte oder getötete Personen mit im Spiel sind. So ein Drama gab es hier ja nicht.“

Technisches Versagen die Ursache?

Für die Polizei ist die Unfallursache noch nicht geklärt. Guido Siegmeier geht indes als Ursache des spektakulären Unfalls von einem technischen Versagen im Nachläufer, also im hinteren Transporterbereich, aus.

„Wenn sich ein Transporter vorne nach links bewegt, muss hinten alles leicht nach rechts schwenken. Geregelt wird das über ein Steuerteil, das hier offenbar defekt war. Die Lenkung hat nicht reagiert; obwohl sofort gestoppt wurde, konnte der Sturz nicht verhindert werden. Bei einem Gesamtgewicht von rund 137 Tonnen ist das auch nicht so einfach möglich. Der Transport kam an die Böschung, die Böschung hielt aber nicht“, sagt Siegmeier.