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Wer mitmacht, geht in die Geschichte ein

VonAngela StegemannAlles, was Beine hat,sollte sich am Sonntag auf den Weg nach Pasewalk machen. Denn beim dortigen Museumsfest ist eine ungewöhnliche Aktion ...

So sah es aus, als 2002 vor der Sanierung des Marktplatzes die Fundamente des mittelalterlichen Rathauses freigelegt waren. Die vom Polizeigebäude aus entstandene Aufnahme befindet sich heute im Archiv des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege.  FOTO: Archiv Landesamt

VonAngela Stegemann

Alles, was Beine hat,
sollte sich am Sonntag auf den Weg nach Pasewalk machen. Denn beim dortigen Museumsfest ist eine ungewöhnliche Aktion geplant, bei dem möglichst viele Hände gebraucht werden.

Pasewalk.Die archäologischen Grabungen auf dem Pasewalker Markt sind elf Jahre her. Aber die Freunde der Stadtgeschichte schwärmen noch immer davon. Seitdem wissen die Pasewalker, warum ihr Marktplatz so riesig ist: Mitten auf dem Platz stand einst das mittelalterliche Rathaus. Es sah so aus wie das heute noch in Greifswald stehende, immerhin
55 Meter lang und 16 Meter breit. Um eben jenen Bau soll es beim Internationalen Museumstag am Sonntag gehen. Der Förderverein und das Stadtmuseum starten gemeinsam eine Aktion unter dem Motto „Vergangenheit erinnern – Zukunft gestalten.“
Wie Museumschefin Anke Holstein erklärt, soll mithilfe des Materials aus den Archiven die historische und bauliche Veränderung des Platzes thematisiert werden. Auf dem Marktplatz treffen sich deshalb am Sonntag um 11 Uhr alle Menschen, die Lust auf etwas Ungewöhnliches haben. Eine Menschenkette formt dann die Umrisse des mittelalterlichen Rathauses. „Rund 250 Leute müssen wohl kommen, damit alles klappt“, rechnete die Museumschefin aus. Sie schätzt, dass es rund eine Stunde dauert, bis die Kette sich formiert hat. Wenn alle an ihrem Platz stehen, wird die Kette mit einer Luftaufnahme dokumentiert. Später soll es dann eine Postkarte von dieser Gemeinschaftsaktion geben. Und wer möchte nicht um die ganze Welt fliegen – wenn auch nur als Motiv auf einer Postkarte – oder in hundert Jahren auf einer alten Pasewalker Ansichtskarte die Ortschronisten beglücken?
Wer dann noch mehr Lust auf Stadtgeschichte hat, kann sich zum Prenzlauer Tor und in den Museumsgarten begeben. Dort findet ein Trödel- und Tauschmarkt statt. Für die Kinder gibt es einen archäologischen Sandkasten. Die beiden neuen Museumsfahnen werden eingeweiht. Das Museum öffnet ab 12 Uhr. Es braucht kein Eintritt gezahlt zu werden. Dort kann auch die Ausstellung zur Stadtarchäologie besichtigt werden. Im Turm ist eine Dokumentation über den Markt zu sehen. Es gibt zwei Stadtführungen. Treff ist am Museum. Die erste, 14 Uhr ist Beginn, thematisiert die Tore und Türme der Stadt. Zwei Stunden später beginnt die nächste. Dort geht es um jüdische Geschichte. Da auch ein Besuch des jüdischen Friedhofs geplant ist, werden die Teilnehmer gebeten, eine Kopfbedeckung mitzubringen. Wer dann immer noch nicht genug von Stadtgeschichte hat, sollte sich den 15. Mai vormerken. Da heißt es um 18.30 Uhr „Mittwochs im Museum“. Das Thema: Rethra – Mythos und Wahrheit.

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a.stegemann@nordkurier.de