Holzkreuze vor Rathaus:

Wer protestiert da gegen was?

Brennende Kerzen und rote Rosen vor dem Rathauseingang. Romantisch. Harmlos. Könnte man meinen. Doch warum wurde dann die Polizei gerufen?

Dieses Kreuz lag genau am Eingang zum Flur des Sitzungssaales. Inmitten von Rosen und Teelichtern.
Angela Stegemann Dieses Kreuz lag genau am Eingang zum Flur des Sitzungssaales. Inmitten von Rosen und Teelichtern.

Von Weitem sah es aus, als ob jemand seiner Liebsten gleich einen Heiratsantrag machen will. Oder warum standen brennende Kerzen vor dem Eingang des großen Rathaussaales, in dem gerade die Stadtvertreter berieten? Warum lagen da Rosen?

Doch beim genaueren Hinsehen entdeckte man drei Kreuze. Auf einem stand „Pasewalk“, auf dem anderen „Meinungsfreiheit“, auf dem dritten „Bürger dieser Stadt verraten von euch“. Wer all das rund eine dreiviertel Stunde nach Beginn der Sitzung dahin stellte, das weiß wohl niemand. Bislang bekannte sich auch niemand dazu. Waren es etwa die wütenden Garagenbesitzer? Denn zeitgleich wurde im Sitzungssaal über die Erhöhung der Pachten beraten.

Was wollte der Initiator der Aktion den Stadtvertretern sagen? Offensichtlich sollten sie auf Kreuze und Lichter stoßen. Doch was die Organisatoren nicht berücksichtigten: Vor den Stadtvertretern verlassen nach dem öffentlichen Teil der Sitzung die Gäste den Saal. Die gab es angesichts der Garagenpacht-Problematik reichlich. Sie hätten in all die Lichter treten müssen, um hinauszukommen. Doch dazu kam es nicht. Die Polizei ließ all die Gegenstände verschwinden – und ermittelt.

Oder ist die Aktion etwa in Zusammenhang mit den Flüchtlingen zu sehen? Am Freitag wurden bei der Stadt zwei Anträge gestellt. Der erste kommt von einer Privatperson. Auf dem Markt soll am Sonntag eine Kundgebung gegen die Asylpolitik der Bundesrepublik stattfinden. Das Bündnis „Vorpommern: weltoffen, demokratisch, bunt!“ stellte den zweiten Antrag. Zeitgleich lädt es auf dem Markt zu einem spontanen Friedensfest ein.

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