Stromversorgung im Krankenhaus:

Wie sichert sich die Pasewalker Klinik ab?

In einem Schweriner Krankenhaus starb ein Patient auf der Intensivstation während eines Stromausfalls. In der Asklepios Klinik Pasewalk helfen farbige Steckdosen dabei, solche Unglücksfälle zu verhindern.

Krankenpfleger Stefan Idler steckt auf der Intensivstation den Stecker des Monitors zur Patientenüberwachung in die orangefarbene Steckdose.
S. Kühl Krankenpfleger Stefan Idler steckt auf der Intensivstation den Stecker des Monitors zur Patientenüberwachung in die orangefarbene Steckdose.

"Der Tod des Patienten in Schwerin hat uns noch einmal zusätzlich für das Thema Notstromversorgung sensibilisiert", sagt Christiane Schumacher. Sie ist Leiterin Betriebstechnik in der Asklepios Klinik. "Wenn so ein Unglück passiert, macht man sich natürlich schon Gedanken. Wir haben deshalb noch einmal alle Notfallprozesse geprüft." Dabei wäre das eigentlich nicht nötig gewesen, denn einmal im Monat wird in der Pasewalker Klinik ohnehin getestet, ob die Notstromversorgung korrekt arbeitet. Sollte der Strom ausfallen, springt innerhalb von sechs bis acht Sekunden die Notstromversorgung an.

Batterieanlage sichert Intensivstation und OP ab

"Diese wenigen Sekunden sind ein kritischer Moment", sagt Hans-Joachim Schröder, Leiter Medizintechnik in der Klinik. "Und weil das so ist, sind alle sensiblen Bereiche, beispielsweise auf der Intensivstation oder im OP, mit einer Batterieanlage zusätzlich abgesichert." Wenn diese im Notfall einspringt, merke man davon nichts, erklärt Schumacher. Denn die lebenswichtigen Systeme laufen zur Sicherheit grundsätzlich über dieses Puffersystem. "Geräte wie Beatmungsmaschinen verfügen außerdem über zusätzliche Akkus, die regelmäßig alle zwei Jahre erneuert werden, auch wenn sie tadellos funktionieren", so Schröder. Das sei Teil des Wartungsprozesses. Zusammengenommen sind also alle lebenswichtigen Geräte dreifach abgesichert; mit Notstromaggregat, Batteriepufferung und integrierten Akkus.

Gewaltiger Dieselmotor für den Notfall

Außerdem werden alle Geräte einmal jährlich geprüft. Sollte es in der Zwischenzeit ein Problem mit einem Akku geben, so wird das durch optische und akustische Signale angezeigt und das defekte Teil ausgewechselt. Auch die Überwachung von Intensivpatienten über den Monitor und lebenswichtige Infusionen sind per Akku gesichert. Damit die Geräte stets am richtigen Netz angeschlossen werden, sind die Steckdosen grün oder orange gekennzeichnet. Zwar werden sie alle bei Stromausfall über Notstrom versorgt, die orangefarbenen verfügen jedoch zusätzlich über die genannte Batteriepufferung.

Herzstück der Notstromversorgung ist ein gewaltiger Dieselmotor, der tief unten im Keller der Klinik ruht. Motoren dieser Bauart werden auch im Schiffsbau verwendet. Trotz aller Vorkehrungen könne jede Technik versagen, so Schröder. Zum Glück gebe es zu der dreifachen Stromsicherung aber noch eine vierte Absicherung. Denn schließlich hätten Pflegepersonal und Ärzte die Patienten im Blick und würden sofort per Hand eingreifen, wenn der unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, dass sämtliche Systeme ausfallen.

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