Illegale Plakate:

Wild-Kleber in Pasewalk unterwegs

Mit dem Sommer kommen sie wieder, die vielen bunten Plakate in der Stadt. Sie werben meist für Kulturveranstaltungen. Doch in Pasewalk scheinen es einige Firmen zu übertreiben.

Wohin man in Pasewalk schaut, überall kleben Plakate. Doch an Toilettenhäuschen dürfen sich nicht ohne Weiteres angebracht werden.
Angela Stegemann Wohin man in Pasewalk schaut, überall kleben Plakate. Doch an Toilettenhäuschen dürfen sich nicht ohne Weiteres angebracht werden.

Fußgänger, die jeden Tag die großen Kreuzungen in Pasewalks Innenstadt überqueren, reiben sich seit einigen Tagen verwundert die Augen. Wenn sie den Ampeldrücker betätigen, lächelt ihnen ein gestiefelter Kater entgegen. Mittlerweile sind die Plakate schon um die Laternen- und Ampelpfosten geklebt. So warb noch keiner in der Stadt.

Etliche Einwohner ärgern sich darüber. „Die machen das doch nicht mehr weg. Das hängt auch in ein paar Jahren noch da“, sagt Dorothea H. „Wenn das jeder machen würde, wie sieht das aus?“. Auch andere Leser äußerten ihren Unmut. Sogar an den Fensterscheiben leer stehender Wohnungen und Geschäfte kleben Plakate. Sie werben für ein Freiluftfestival in den Peenewiesen. Damit wurde sogar die Toilettentür des Häuschens am Markt beklebt.

Viele Plakate in Pasewalk sind illegal angebracht

„Wir freuen uns ja, wenn das Puppentheater oder der Zirkus Kultur in unsere Stadt bringen“, sagt Erhard Wodäge vom städtischen Ordnungsamt. Aber wo und wie man werben darf, das sei in einer Satzung schon vor Jahren ganz genau festgelegt worden. Immerhin hat die Stadt dieses Regelwerk im Interesse der Veranstalter bereits gelockert. Um Straßenlaternen und Ampeln jedoch darf trotzdem niemand Plakate kleben.

Nachdem der Nordkurier die Stadtverwaltung über die neue Laternen-Dekoration informierte, wurden Mitarbeiter des Technischen Dienstes losgeschickt. Sie beseitigten die Plakate. Die Poster des Peenewiesen-Festivals wurden komplett abgenommen. Dafür lag keine Genehmigung vor.

Keine Bußgelder für Wild-Kleber

In der Regel ist es so, dass die Veranstalter sich anderthalb Monate vor dem Termin im Rathaus melden und bekannt geben, wann sie in der Stadt gastieren wollen, sagt Erhard Wodäge. Danach bekommen sie eine so genannte Verfügung. Dort ist festgeschrieben, wie viele Plakate geklebt werden dürfen. Mehr als 50 sind es meist nicht.

Von Bußgeldern für nicht erlaubte Werbemethoden sieht die Stadt allerdings ab. Es gab einen freundlichen Anruf beim wandernden Märchentheater, das schon seit Jahren in die Stadt kommt.

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