Zukunft ungewiss:

Zu schwach für Reise: Jungstörche zurückgelassen

Eigentlich haben sich die Störche schon gesammelt und sind Richtung Süden unterwegs. Doch nicht alle haben den Abflug geschafft. Einige Jungstörche wurden von den Alttieren alleine zurückgelassen. Eines dieser Dramen spielt sich derzeit in Rothenklempenow ab.

Während der Aufzucht haben die Altstörche die beiden Jungen in Rothenklempenow alleine gelassen. Ohne Hilfe würden sie wohl nicht über die Runden kommen.
Fred Lucius Während der Aufzucht haben die Altstörche die beiden Jungen in Rothenklempenow alleine gelassen. Ohne Hilfe würden sie wohl nicht über die Runden kommen.

"Es war um den 12. August herum. Da waren die Altstörche plötzlich fast den ganzen Tag weg. Nur noch abends kamen sie und haben etwas Futter mitgebracht. Bei den beiden Jungen hätten sie eigentlich jede Stunde etwas bringen müssen", sagt Horst Schlüter aus Rothenklempenow. Ein paar Tage später sind die Altstörche dann gar nicht mehr aufgetaucht. Die Jungen kamen vom Nest herunter und stellten sich auf die Koppel, ohne Nahrung zu suchen.

"Ich habe erst gedacht, die kommen alleine über die Runden. Aber das sah nicht so aus. Wir haben hier mit den Wiesen eigentlich ideale Bedingungen. Aber da gibt es nichts. Da ist wohl alles totgespritzt. Und die Gräben sind ohne Wasser, also gibt es auch keine Frösche“, schildert er und suchte Rat bei Jens Krüger vom Storchenpflegehof Papendorf.

Beschwerliche Reise gen Süden

Die jungen Adebare hatten zu diesem Zeitpunkt etwa nur die Hälfte des sonst üblichen Gewichts, schätzt Krüger. Wie sollen sie da die beschwerliche und lange Reise in den Süden antreten? Krüger riet dem Rothenklempenower zum Fischkauf. "Im Ueckermünder Hafen habe ich dann drei Kisten Fisch mit je 20 Kilogramm gekauft und den dann zu Hause eingefroren", sagt Horst Schlüter.

Ob die beiden Jungen – wenn sie denn ausreichend zu Kräften gekommen sind – noch den Abflug in Richtung Süden schaffen, scheint fraglich. Sind sie zu schwach, werden sie die Reise nicht antreten, vermutet der Rothenklempenower. Was wiederum auch zum Problem werden kann.

Streit mit Alttieren absehbar

"Durch das Füttern werden wir sie dann wohl nicht mehr los. Sie sehen das Nest als ihres an. Das wird auch so sein, wenn die Alten im nächsten Jahr kommen und ihren Besitzanspruch anmelden", befürchtet der Senior. Deshalb versucht er nach Absprache mit Jens Krüger, die beiden Jungen so zu "dressieren", dass sie das Futter im nahen Stall einnehmen. Sollte es gelingen sie einzufangen, könnten die beiden Rotschnäbel auf dem Storchenhof in Papendorf untergebracht werden und dort möglicherweise überwintern.

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