Energiekosten steigen langsamer:

2014 droht kein Preisschock bei Strom und Gas

Deutschlands Stromkunden müssen 2014 anders als im Vorjahr nicht mit dramatischen Preiserhöhungen rechnen. Die niedrigen Börsenpreise kommen endlich bei den Kunden an.

Gaspreise steigen derzeit kaum noch.
Karl-Josef Hildenbrand Gaspreise steigen derzeit kaum noch.

Deutschlands Strom- und Gaskunden können beim Öffnen ihrer Rechnungen 2014 etwas durchatmen. Dramatische Preissprünge wie Anfang 2013 nach der deutlichen Erhöhung der EEG-Umlage sind im neuen Jahr nicht zu erwarten. Die durch Wind- und Sonnenstrom abgestürzten Börsenstrompreise kommen endlich bei den Verbrauchern an. Und die öffentliche Hand wird sich mit weiteren Steuer- und Abgabenerhöhungen zurückhalten, um die Verbraucher nicht weiter zu belasten, erwarten Fachleute. Der Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung formuliert schließlich das Ziel, den Kostenanstieg für die Energiewende zu bremsen.

Erdgas ist wegen des US-Schiefergasbooms im Überfluss am Markt. Hier verzeichnen die einschlägigen Internet-Vergleichsportale weitgehenden Stillstand an der Preisfront. "Die meisten Anbieter machen beim Gas erst mal gar nichts", sagt ein Sprecher des Preisvergleichsportals Toptarif.

Beim Strom hat Toptarif zum Jahresbeginn 2014 bei 366 der rund 850 Grundversorger Preiserhöhungen registriert. Zum 1. Februar folgten nur noch ein Handvoll, sagte ein Sprecher. Im Schnitt werde es um 3,4 Prozent teurer - das entspricht 40 Euro Mehrbelastung im Jahr für eine vierköpfige Familie mit 4000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Das Portal Verivox hat 351 Strompreiserhöhungen zum Jahreswechsel und einen durchschnittlichen Preisanstieg um 3,5 Prozent erfasst. Rund 9,3 Millionen Haushalte seien von den vergleichsweise moderaten Erhöhungen erfasst.

Vor einem Jahr hatte noch praktisch die gesamte Branche von den Stadtwerken bis zu den Energieriesen um zweistellige Prozentzahlen erhöht. Insgesamt legte der Preis für Haushaltskunden in der Grundversorgung laut Bundesnetzagentur zum 1.4.2013 binnen Jahresfrist um satte 13,2 Prozent zu - der stärkste Anstieg seit sieben Jahren.

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