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Abschalten fällt vielen im Urlaub schwer

Sommer, Sonne, Strand – und trotzdem verfolgen Sorgen aus dem Job viele Menschen in den Ferien. Nicht selten erwartet der Arbeitgeber ständige Erreichbarkeit. Entspannung ist dann schwer.

Totale Entspannung? Für Deutsche oft Fehlanzeige. Auch im Urlaub können viele nicht auf Handy und Computer verzichten - sei es wegen der Arbeit oder wegen der Freunde.
Axel Heimken Totale Entspannung? Für Deutsche oft Fehlanzeige. Auch im Urlaub können viele nicht auf Handy und Computer verzichten - sei es wegen der Arbeit oder wegen der Freunde.

Am Strand mit dem Chef telefonieren, beim Baden über Jobsorgen grübeln – vor allem junge Arbeitnehmer können im Urlaub oft nicht von ihrer Arbeit lassen. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Umfrage für den Urlaubsreport 2013 der Krankenkasse DAK.

Fast jeder Fünfte zwischen 30 und 44 Jahren erholte sich demzufolge im Urlaub nicht gut. In jedem zweiten Fall war der Grund dafür, dass Gedanken an die Arbeit die Menschen nicht loslassen. 13 Prozent der Befragten mussten zudem für ihren Arbeitgeber via Handy oder Internet erreichbar sein.

Angst, etwas zu verpassen

„Es ist nicht verwunderlich, dass immer mehr Menschen sagen, ich brauche schon nach dem Urlaub wieder einen Urlaub“, sagt Wissenschaftler Ulrich Reinhardt. Er leitet die Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen. Nach seinen Angaben geht es Urlaubern oft aber nicht nur darum, über die Ergebnisse aus dem jüngsten Meeting in der Ferne informiert zu sein. Auch mit Freunden bleiben viele über soziale Netzwerke oder E-Mails in Kontakt und verfolgen Neues über das Internet.

„Man hat immer Angst, etwas zu verpassen“, erklärt er. „Der Urlaub droht, seine Funktion zu verlieren und nur noch eine Fortsetzung des Alltags zu sein. Heute lebt man sein Leben weiter an einem anderen Ort.“

„Betrifft immer mehr, ist aber nicht richtig geregelt“

Laut Experte Frank Meiners von der DAK-Gesundheit ist es wichtig, mal alles hinter sich zu lassen. Wer auch im Urlaub an seiner Karriere arbeite, könne sich nicht richtig erholen, erklärt der Psychologe. „Statt ständig das Handy griffbereit zu haben, sollten besser die eigenen Batterien aufgeladen werden.“

Die heutige Technik bietet nach Aussage von Klaus David von der Universität Kassel völlig neue Möglichkeiten, die ständige Erreichbarkeit sei eine „zunehmende Herausforderung“ für die Arbeitswelt. „Es ist wichtig, sich mit diesem Problem stärker zu beschäftigen, weil das immer mehr von uns betrifft und irgendwie nicht so richtig geregelt ist“, meint der Leiter des Fachgebiets Kommunikationstechnik.

Seiner Meinung nach kann es nicht immer die richtige Lösung sein, im Urlaub für den Arbeitgeber nicht erreichbar zu sein. Es könne für motivierte Mitarbeiter bei der Rückkehr frustrierend sein, zu sehen, dass man nicht auf Entscheidungen habe Einfluss nehmen können.

Für den DAK-Report wurden rund 1000 Menschen befragt, die in diesem Jahr Urlaub gemacht haben. Insgesamt berichteten 42 Prozent der für den Urlaubsreport Befragten, sich sehr gut regeneriert zu haben. Für rund ein Drittel war ausschlaggebend, in den Ferien auf Handy und Internet verzichtet zu haben.

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