Notstand in Ägypten:

Ausgangssperre gilt auch für Touristen

Mehr als 270 Tote, und es werden stündlich mehr. Ägypten stürzt nach der Räumung von Protestlagern in Kairo noch tiefer ins Chaos.

Gewaltexzesse vertiefen die Spaltung in Ägypten.
Mostafa Darwish Gewaltexzesse vertiefen die Spaltung in Ägypten.

Nach den blutigen Ausschreitungen hat das Auswärtige Amt seine Teilreisewarnung für Ägypten aktualisiert. „Es ist weiterhin mit Demonstrationen und Einsätzen der Sicherheitskräfte zu rechnen, die auch einen gewalttätigen Verlauf nehmen können“, hieß es am Mittwoch auf der Internetseite des Ministeriums. „Die Lage bleibt im Moment sehr unübersichtlich.“ Das Auswärtige Amt rät von Reisen in das nordafrikanische Land dringend ab, insbesondere in das Nildelta, nach Kairo, Oberägypten und auf den Sinai. Dies gelte noch nicht für die Touristengebiete am Roten Meer und auf der Sinai-Halbinsel im Küstenstreifen zwischen Scharm el Scheich und Nuwaiba. Allerdings verhängte die ägyptische Regierung Ausgangssperren auch für die Touristenorte Scharm el Scheich und Nuwaiba. Insgesamt gilt das Ausgehverbot für zwölf Provinzen inklusive Kairo. Außerdem wurde der Notstand ausgerufen.

Reisende werden vom Bundesaußenministerium allgemein um besondere Vorsicht gebeten und aufgefordert, die Medienberichterstattung aufmerksam zu verfolgen. Es wird zudem dringend empfohlen, Menschenansammlungen und Demonstrationen grundsätzlich weiträumig zu meiden.

Friedensnobelpreisträger trat als Vizepräsident zurück

Nach der blutigen Räumung der islamistischen Protestlager in Kairo und landesweiten Ausschreitungen gilt in Ägypten für einen Monat der Notstand. Die Zahl der Toten hat sich deutlich erhöht. Arabische Medien berichteten am Mittwochabend unter Berufung auf das Gesundheitsministerium, 278 Menschen seien landesweit ums Leben gekommen, darunter 43 Angehörige der Sicherheitskräfte. 2001 Menschen seien verletzt worden. Der im Westen hoch angesehene Friedensnobelpreisträger Mohammed ElBaradei trat als Vizepräsident zurück.

Die Bundesregierung appellierte an die Übergangsregierung in Kairo, für eine Beruhigung der Lage zu sorgen. Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül nannte die Vorgänge in Ägypten „völlig inakzeptabel“. Sein Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan ließ erklären, auf friedliche Demonstranten zu feuern, sei ein Verbrechen. Der Iran verurteilte das „Blutbad“ in Ägypten und warnte vor einem Bürgerkrieg.

Nordkurier: Samsung Galaxy Tablet ohne Anzahlung