Aufatmen vor Pfingsten:

Bahnstreik beendet - Erleichterung bei Touristikern in MV

Es sollte der längste Lokführerstreik in der Geschichte der Deutschen Bahn werden. Doch nun einigten sich der Konzern und die Gewerkschaft GDL auf ein vorzeitiges Ende.

Sebastian Kahnert Jetzt heißt es wieder: "Bitte einsteigen!"

Das Ende des Lokführer-Streiks sorgt für Erleichterung in der Urlaubsbranche Mecklenburg-Vorpommerns. Tourismusminister Harry Glawe (CDU) sagte am Donnerstag in Schwerin, es sei entscheidend für viele der zu erwartenden Gäste, dass es auf der Schiene endlich wieder vorwärtsgehe. "Der Stillstand zu Pfingsten scheint beendet." Nach Angaben der Bahn soll der Nahverkehr ab Freitag wieder normal rollen, der Fernverkehr ab Samstag. Der Landestourismusverband hatte geschätzt, dass 10 000 bis 15 000 Gäste wegen des GDL-Streiks nicht nach Mecklenburg-Vorpommern kommen würden. Insgesamt werden mehr als 250 000 Pfingsturlauber erwartet.

Die Lokführergewerkschaft GDL und die Bahn haben sich auf ein Ende des Streiks am Donnerstag verständigt. Beide Seiten einigten sich auf ein Schlichtungsverfahren in dem festgefahrenen Tarifkonflikt, teilten die Deutsche Bahn und die GDL am Donnerstagmorgen mit.

Die notwendigen Maßnahmen sind laut Bahn für die Kunden bereits um 7 Uhr angelaufen, laut GDL ist der Streik aber offiziell erst am Abend um 19 Uhr beendet. Die Bahn arbeitet nach eigenen Angaben mit Hochdruck daran, zum normalen Fahrplan zurückzukehren. Die Schlichtung soll am kommenden Mittwoch (27. Mai) beginnen und ist für drei Wochen angesetzt. Bis Mitte Juni sind die Streiks damit ausgesetzt.

Zwei externe Schlichter sollen den monatelangen Tarifstreit nun beenden helfen: der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) für die Deutsche Bahn und der thüringische Regierungschef Bodo Ramelow (Linke) für die GDL.

Der Bahn-Vorstand ist erleichtert

Die GDL hatte den aktuellen Streik am Dienstag im Güterverkehr begonnen, seit Mittwoch wurde auch im Personenverkehr gestreikt. Die Arbeitsniederlegungen waren ohne Endzeitpunkt angekündigt worden, nach früheren Äußerungen von GDL-Chef Claus Weselsky sollte der Ausstand aber noch länger dauern als der vorangegangene rund sechstägige Streik Anfang Mai. Am bevorstehenden reisestarken Pfingstwochenende drohten damit massive Behinderungen.

Am Dienstag hatten Vorgespräche zwischen Bahn und GDL begonnen, die der frühere Bundesarbeitsrichter Klaus Bepler moderiert hatte. Bahn-Personalvorstand Ulrich Weber betonte: "Wir sind sehr erleichtert, unsere Kunden und Mitarbeiter können aufatmen. Schlichten statt streiken ist das Gebot der Stunde." Weselsky sagte: "Nach fast einem Jahr Tarifkonflikt konnte mit dem Druck im neunten Arbeitskampf der gordische Knoten durchschlagen werden."

Streik scheint noch nicht gebannt

Trotz der Schlichtung mit der GDL ist die Streikgefahr bei der Bahn keineswegs gebannt: Denn die größere Gewerkschaft EVG drohte der Bahn ihrerseits vor dem Beginn "finaler Verhandlungen" am Donnerstag mit einem Arbeitskampf. "Die Chancen stehen fünfzig zu fünfzig", sagte EVG-Verhandlungsführerin Regina Rusch-Ziemba in Berlin, wo die Gewerkschaft mit der Bahn verhandelte.

Das Ende des Lokführer-Streiks sorgt für Erleichterung in der Urlaubsbranche Mecklenburg-Vorpommerns. Tourismusminister Harry Glawe (CDU) sagte am Donnerstag in Schwerin, es sei entscheidend für viele der zu erwartenden Gäste, dass es auf der Schiene endlich wieder vorwärtsgehe. "Der Stillstand zu Pfingsten scheint beendet." Nach Angaben der Bahn soll der Nahverkehr ab Freitag wieder normal rollen, der Fernverkehr ab Samstag. Der Landestourismusverband hatte geschätzt, dass 10 000 bis 15 000 Gäste wegen des GDL-Streiks nicht nach Mecklenburg-Vorpommern kommen würden. Insgesamt werden mehr als 250 000 Pfingsturlauber erwartet.

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