Nach Datenklau:

Vodafone-Kunden sollten Konto kontrollieren

Unter anderem Namen, Adressen und Kontonummern von Millionen Vodafone-Kunden sind gestohlen worden - damit lässt sich einiges an Schaden anrichten.

Zwei Millionen Vodafone-Kunden sind von dem Datendiebstahl betroffen.
Martin Gerten Zwei Millionen Vodafone-Kunden sind von dem Datendiebstahl betroffen.

Kriminelle haben wichtige Daten von rund zwei Millionen Vodafone-Kunden gestohlen. Ob sie zu den Betroffenen zählen, können Verbraucher auf der Vodafone-Seite überprüfen. Nach Angaben des Unternehmens konnten die Angreifer unter anderem Name, Geburtsdatum, Kontonummer und Bankleitzahl erbeuten. Passwörter und PIN-Codes sowie Kreditkartendaten seien dagegen nicht gestohlen worden.

Falsche Abbuchungen lassen sich zurückbuchen

Mit den entwendeten Bankdaten lässt sich einiges an Schaden anrichten: "Die Diebe könnten damit per Lastschriftverfahren Geld abbuchen", warnt Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. In den meisten Fällen braucht es dafür neben Namen und Kontonummer auch eine Unterschrift - es gibt aber Ausnahmeregelungen, mit denen es auch ohne geht, etwa zum Bezahlen im Internet. Betroffene Kunden sollten daher in den kommenden Wochen und Monaten regelmäßig und sehr genau kontrollieren, was auf ihrem Konto passiert. Zu Unrecht eingezogene Beträge lassen sich per Anruf bei der eigenen Bank zurückbuchen.

Phishing-Gefahr steigt jetzt

Hinzu kommt eine erhöhte Gefahr durch das sogenannte Phishing: Vodafone warnt betroffene Kunden vor gefälschten E-Mails. Damit könnten die Diebe versuchen, Nutzer auf nachgebaute Webseiten von Banken und anderen Diensten zu locken, um so weitere wichtige Daten wie Passwörter für das Online-Banking oder PIN- und TAN-Codes zu erbeuten. Die gestohlenen Daten könnten den Kriminellen dabei helfen, die Phishing-Mails besonders glaubwürdig zu machen, weil sie potenzielle Opfer zum Beispiel mit ihrem richtigen Namen ansprechen und die Kontonummer nennen können.

E-Mail-Absender kontrollieren

Nutzer können sich gegen solche Angriffe schützen, indem sie nicht blind auf Links in solchen E-Mails klicken, rät die Arbeitsgruppe Identitätsschutz im Internet (A-I3). Wer unsicher ist, ob eine E-Mail echt ist, surft die Homepage des angeblichen Absenders stattdessen am besten direkt an, indem er sie eigenhändig in den Browser eingibt. Grundsätzlich sollten Verbraucher nie sensible und persönliche Daten preisgeben, wenn sie per Mail dazu aufgefordert werden, raten die Experten. Echte Geldinstitute oder Firmen würden niemals ein solches Vorgehen wählen.

Kundendaten im Visier von Online-Angriffen

Die größte Dimension hatte in den vergangenen Jahren der Angriff auf Sony im Frühjahr 2011. Damals verschafften sich Hacker Zugang zu Informationen von möglicherweise über 100 Millionen Kunden verschiedener Sony-Dienste wie etwa des Playstation-Netzwerks für Computerspieler.

In Deutschland waren der Deutsche Telekom im Jahr 2006 rund 17 Millionen Handy-Nummern mit dazugehörigen Kundendaten gestohlen worden. Es ging um den Namen, Anschrift sowie teilweise Geburtsdatum und E-Mail-Adressen, nahezu jeder zweite Kunde war betroffen.

Yahoo Japan musste im Mai einräumen, dass Eindringlinge sich Zugang zu Daten von bis zu 22 Millionen Nutzern verschafft haben könnten. Apple musste im Juli eine Website für Programmierer nach einem Angriff vom Netz nehmen.

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