Treffen mit DDR-Ministerpräsident Willy Stoph:

BND hörte vor Brandt-Besuch in Erfurt SED-Funktionäre ab

Der MDR beruft sich auf bislang geheime Unterlagen des Bundesnachrichtendienstes. Bundeskanzler Willy Brandt war demnach vor seinem Treffen mit DDR-Ministerpräsident Willy Stoph über die Lage in Erfurt informiert.

Willy Brandt soll dank BND vor seinem DDR-Besuch bestens informiert gewesen sein.
dpa Willy Brandt soll dank BND vor seinem DDR-Besuch bestens informiert gewesen sein.

Der Jubel und Menschenandrang beim ersten deutsch-deutschen Gipfeltreffen 1970 in Erfurt dürfte den damaligen Bundeskanzler Willy Brandt (SPD) kaum überrascht haben. Der Bundesnachrichtendienst (BND) lieferte nicht nur Berichte über die Stimmung in der DDR-Bevölkerung, sondern fing auch ein Gespräch zwischen SED-Spitzenfunktionären ab.

Darin äußerten diese die Sorge vor Massenaufläufen vor dem Tagungshotel „Erfurter Hof“, wie MDR Thüringen berichtete. Der Sender berief sich dabei auf bislang geheime Unterlagen des BND. Der Bundeskanzler war demnach vor seinem Treffen mit DDR-Ministerpräsident Willy Stoph über die Lage in Erfurt informiert.

Das Treffen am 19. März 1970 in Erfurt war die erste Zusammenkunft der Regierungschefs beider Staaten seit der Teilung Deutschlands gewesen. Tausende DDR-Bürger hatten den Platz vor dem Tagungshotel gestürmt und mit einem Sprechchor „Willy Brandt ans Fenster!“ gefordert.

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