Preisanstieg:

Brot, Butter und Milch werden teurer

Schlechte Nachrichten für Deutschlands Verbraucher: Sie werden für Essen und Trinken künftig noch tiefer ins Portemonnaie greifen müssen. Das geht aus dem aktuellen Situationsbericht des Deutschen Bauernverbandes hervor.

Mit einem Anstieg der Lebensmittelpreise rechnen Experten noch in diesem Jahr.
Rolf Vennenbernd/dpa Mit einem Anstieg der Lebensmittelpreise rechnen Experten noch in diesem Jahr.

Wie werden sich die Lebensmittelpreise entwickeln?

Experten erwarten einen weiteren deutlichen Anstieg. Für 2013 rechnet der Deutsche Bauernverband mit einem Preisplus von vier Prozent – deutlich mehr als die allgemeine Inflationsrate, die bei 1,5 Prozent lag. Seit Oktober 2011 sind die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel damit im Schnitt um 7,6 Prozent gestiegen. Besonders stark verteuerten sich in diesem Zeitraum Obst, Gemüse sowie Fleisch.

Sind die Lebensmittel-preise in Deutschland im europäischen Vergleich besonders hoch?

Laut Bauernverband liegen die Preise für Nahrungsmittel in Deutschland sechs Prozent oberhalb des Durchschnitts. In mindestens zehn Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind Lebensmittel dagegen deutlich teuerer als bei uns – darunter sind Dänemark, Schweden und Österreich. Mit rund 62 beziehungsweise 68 Prozent des EU-Durchschnitts sind Lebens- und Nahrungsmittel in Polen und Bulgarien dagegen deutlich günstiger zu haben als in der Bundesrepublik.

Welche Erklärung gibt es für die steigenden Lebensmittelpreise?

Das ist von Produkt zu Produkt verschieden. Die wichtigsten Gründe für steigende Verbraucherpreise sind höhere Ausgaben der Erzeuger für Personal, Energie, Futtermittel- oder Agrarrohstoffe.

Doch wird die Bedeutung der Rohstoffpreise oft überschätzt: Die Preise für Hopfen und Getreide seien praktisch ohne Einfluss auf die Preise für Brot und Bier, heißt es beim Bauernverband. Ein Liter Bier enthält gerade einmal 1,5 Gramm Hopfen, was einem Gegenwert von ungefähr einem Cent entspricht. In bestimmten Marktsegmenten wirken sich Angebot und Nachfrage stark auf die Preise aus. Beispiel Kartoffeln: Wegen der verspäteten Ernte stieg der Preis in diesem Sommer auf 65 Euro pro 100 Kilogramm – normal sind 25 Euro.

Verdienen die Bauern bei steigenden Preisen auch mehr?

Der Bauernverband rechnet vor: Von einem Euro Verbraucherausgaben für Nahrungsmittel kommen beim Landwirt 25 Cent an. Zum Vergleich: Anfang der siebziger Jahre bekamen die Bauern im Schnitt fast die Hälfte des Verkaufserlöses.

Rund 670 000 Beschäftigte sind in der deutschen Landwirtschaft tätig. Das Unternehmensergebnis je eingesetzter Familienarbeitskraft stieg im vergangenen Jahr auf 42 800 Euro – ein Plus von 3600 Euro. Allerdings: Von diesem Betrag müssen jährlich auch 6600 Euro für Sozialversicherungen und zusätzlich noch notwendige Investitionen abgezogen werden.

Wird Bio immer beliebter?

Bio boomt weiter. Deutsche Ökobauern erzielten im vergangenen Jahr damit Verkaufserlöse von 1,5 Milliarden Euro. Es gibt rund 23 000 Bio-Landbaubetriebe. Biologisch bewirtschaftet wird rund eine Million Hektar Land – was 6,2 Prozent der deutschen Agrarfläche entspricht und viel zu wenig ist, um die heimische Nachfrage zu decken. Nach einer Studie werden etwa 80 Prozent des Bio-Obstes und knapp die Hälfte des Frischgemüses importiert – häufig aus Osteuropa oder Nordafrika.

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