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Chronologie der Endlager-Suche

Seit 40 Jahren steht das niedersächsische Gorleben im Zentrum des Streits um den Standort eines Endlagers für hoch radioaktiven Atommüll. Von Beginn an gab es heftigen Widerstand.

Das Bergwerk Gorleben soll von 2018 an nur noch als stillgelegte Schachtanlage zugänglich gehalten werden.
Philipp Schulze/Archiv Das Bergwerk Gorleben soll von 2018 an nur noch als stillgelegte Schachtanlage zugänglich gehalten werden.

22. Februar 1977: Niedersachsen Ministerpräsident Ernst Albrecht (CDU) beschließt, in Gorleben an der Grenze zur damaligen DDR ein nukleares Entsorgungszentrum mit Wiederaufarbeitungsanlage zu gründen.

1979: 100.000 Atomkraftgegner demonstrieren in Hannover.

1980: Tiefbohrungen zur Erkundung des Salzstocks beginnen.

3. Mai 1980: An Bohrloch 1004 rufen Gegner die "Republik Freies Wendland" aus. Polizei und Bundesgrenzschutz räumen am 4. Juni.

1982: Die Bauarbeiten für das Zwischenlager Gorleben starten.

1995: Im Zwischenlager trifft der erste Castor-Behälter ein.

2000: Die Erkundung in Gorleben wird für zehn Jahre ausgesetzt.

2010: Aufhebung des Erkundungsstopps. Gorleben habe weiterhin "oberste Priorität", sagt Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU).

30. Juni 2011: Der Bundestag beschließt einen Atomausstieg bis 2022. Über Gorleben hinaus sollen andere Endlager-Optionen geprüft werden.

11. November 2011: Röttgen will Alternativen für Gorleben als Endlager prüfen. Dafür wird ein Endlagersuchgesetz erarbeitet.

29. Juli 2014: Bund und Land verständigen sich darauf, die Arbeiten im Salzstock bis zu einer endgültigen Entscheidung über den künftigen Standort auf ein Minimum zu reduzieren.

5. Oktober 2016: Das Bergwerk soll von 2018 an nur noch als stillgelegte Schachtanlage zugänglich gehalten werden, teilt das Umweltministerium in Hannover mit. Bis Ende 2017 müssten alle unter Tage anstehenden Rückbauarbeiten abgeschlossen sein.