Leistungen verglichen:

Schüler in MV im Rechnen spitze

Bei Schulvergleichen lagen bisher meist die süddeutschen Bundesländer vorn. Diesmal ist es der Osten. Naturwissenschaften und Mathematik galten von je her als besondere Domäne der DDR-Schulen.

Beim neuen Schulleistungsvergleich der Bundesländer in Mathematik und Naturwissenschaften hat Ostdeutschland klar die Nase vorn.
Hendrik Schmidt Beim neuen Schulleistungsvergleich der Bundesländer in Mathematik und Naturwissenschaften hat Ostdeutschland klar die Nase vorn.

Mecklenburg-Vorpommern belegt im bundesweiten Schulleistungsvergleich gemeinsam mit den anderen ostdeutschen Ländern die vorderen Plätze. Verglichen wurden die Leistungen der Schüler neunter Klassen in Mathematik und den Naturwissenschaften.

Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) zufolge zeigt die Studie, dass das Schulsystem des Landes deutlich besser ist als sein Ruf.  "Es gehört im Bereich Mathematik und Naturwissenschaften sogar zu den besten in Deutschland", lobte der Minister. Zweitens zeigten die Ergebnisse, dass die Lehrer gute Arbeit leisteten. "Ältere Lehrkräfte sind offenbar kein Nachteil, weil die Schülerinnen und Schüler von ihrem reichen Erfahrungsschatz profitieren können", wertete der Minister. Drittens gehöre Mecklenburg-Vorpommern zu jenen Ländern, in denen die Abhängigkeit zwischen sozialer Lage der Schüler und ihren Leistungen am geringsten ist.

Ostdeutsche Schüler sind in Mathematik und Naturwissenschaften weitaus leistungsstärker als die meisten ihrer westdeutschen Altersgenossen. Laut der Studie erzielen im Westen durchgängig nur Bayern und Rheinland-Pfalz Leistungswerte, die statistisch bedeutsam über dem Bundesdurchschnitt liegen - im Einzelfall auch Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Im Osten sind es alle Bundesländer.

Sachsen absoluter Spitzenreiter

In Mathematik ist Sachsen absoluter Spitzenreiter mit 536 Punkten, gefolgt von Thüringen (521) und Brandenburg (518). Schlusslicht ist Bremen mit 471 Punkten. Ein Unterschied von 25 bis 30 Punkten entspricht in etwa dem Lernfortschritt eines Schuljahres. Sächsische Schüler der 9. Klasse sind damit ihren Bremer Altersgenossen rund zwei Schuljahre voraus.

Kinder aus reichen Familien haben bessere Mathe-Noten

Die Studie belegt erneut die extrem hohe Abhängigkeit von Schulerfolg und sozialer Herkunft in Deutschland. Bundesweit erreichen laut den Ergebnissen Schüler aus sozial besser gestellten Familien in Mathematik im Durchschnitt 82 Punkte mehr als Jugendliche aus sozial schwächer gestellten Familien. „Dies entspricht einem Leistungsvorsprung von fast drei Schuljahren zugunsten der Schülerinnen und Schüler mit einem hohen Sozialstatus“, schreiben die Wissenschaftler in ihrer Auswertung.

In Mathematik wurden diesmal sechs Kompetenzformen aus dem gesamten Spektrum mathematischen Arbeitens untersucht, wie „Probleme mathematisch lösen“ aber auch „Raum und Form“ sowie „Daten und Zufall“. In Biologie, Chemie und Physik ging es vor allem um Grundbildung, aber auch um fachübergreifendes Problemlösen.

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