Kommentar:

Der Rechtsstaat muss durchgreifen

Frauen wurden in der Silvesternacht sexuell belästigt und ausgeraubt. Mitten in Köln. Trotz Polizeipräsenz. Das ist bestürzend, meint Nachrichtenchef Marcel Auermann.

Die schockierenden Übergriffe auf Frauen rund um den Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht haben Abscheu und Empörung sowie Kritik an der Polizei ausgelöst.
Oliver Berg Die schockierenden Übergriffe auf Frauen rund um den Kölner Hauptbahnhof in der Silvesternacht haben Abscheu und Empörung sowie Kritik an der Polizei ausgelöst.

Mitten in Deutschland, mitten in einer Menschenmenge werden Frauen zu Freiwild, umzingelt, beschimpft, begrapscht, entkleidet, vergewaltigt, ausgeraubt. Wie widerwärtig! Selbst der Polizei fehlen die Worte. Doch anstatt lange nach Erklärungen zu suchen, hätten die Beamten längst tätig werden können. Der Bahnhofsvorplatz in Köln und das Areal rund um den Dom gehören nicht erst seit der vergangenen Silvesternacht zu Plätzen, die man nicht nur als Frau am besten meidet. Seit Jahren machen sich dort Drogendealer, Diebesbanden und Gewalttätige breit. Die Verantwortlichen der Rheinmetropole scheinen tatenlos zuzusehen. Noch schlimmer wäre es, hätten sie resigniert. Diese Hilflosigkeit ist mehr als bedenklich. Es dürfte sie nicht geben. Weil jede dieser Sex-Klau-Attacken in Deutschland eine zu viel, beschämend, erschreckend, eklig ist.

Noch ist völlig unklar, wer diese Brutalo-Überfälle beging. Es ist auch zweitrangig. Schuldzuweisung, zumal unberechtigte, sind fehl am Platz. Es geht darum, die Täter zu finden. Schleunigst. Sie zu bestrafen – mit der vollen Härte des Gesetzes, die einem Rechtsstaat zur Verfügung steht. Männer, die so etwas tun, egal, aus welchem Land sie kommen und welcher Religion sie angehören, müssen aus dem Verkehr gezogen werden – egal, ob in Köln, Hamburg, Neubrandenburg oder Prenzlau.

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