Möglicher Militärschlag gegen Syrien:

Deutschland hofft weiter auf politische Lösung

Offenbar steht ein Angriff der USA auf Syrien unmittelbar bevor. Jetzt verlangt Großbritannien einen UN-Beschluss. Ob die Bundeswehr im Falle eines Einsatzes in Syrien dabei sein wird, ist weiterhin offen.

Vermutlich würde das US-Militär Marschflugkörper von Kriegsschiffen abfeuern.
EPA/RODERICK EUBANKS / U.S. NAVY Vermutlich würde das US-Militär Marschflugkörper von Kriegsschiffen abfeuern.

Deutschland hofft vor der Sondersitzung des UN-Sicherheitsrats zum Syrienkrieg trotz wachsender Zweifel immer noch auf eine politische Lösung. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßte am Mittwoch die neue britische Initiative für eine Syrienresolution. Zugleich appellierte sie an die beiden Veto-Mächte Russland und China, eine gemeinsame Haltung des wichtigsten Gremiums der Vereinten Nationen nicht länger zu blockieren. Die Sitzung soll noch an diesem Mittwoch in New York stattfinden.

Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, auch Deutschland gehe inzwischen "mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit davon aus, dass es zum ersten großflächigen Einsatz von Chemiewaffen im 21. Jahrhundert gekommen ist". Darauf müsse die Staatengemeinschaft nun eine Antwort geben. "Auf einen solchen schweren Verstoß gegen die Chemiewaffenkonvention muss reagiert werden." Bislang gebe es von den Partnern jedoch keine Anfragen nach einer Beteiligung der Bundeswehr.

Westerwelle: "Entschlossene Haltung"

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) appellierte an alle Mitglieder des Sicherheitsrats - insbesondere Russland -, "jetzt diese Gelegenheit zu nutzen, eine entschlossene und geschlossene Haltung der internationalen Gemeinschaft gegen den Einsatz von chemischen Massenvernichtungswaffen herbeizuführen."  Zuvor hatte Westerwelle der "Neuen Zürcher Zeitung" gesagt, derzeit könne man sich "eine politische Lösung kaum mehr vorstellen".

Die USA, Großbritannien, Frankreich und die Arabische Liga beschuldigen die Regierung von Machthaber Baschar al-Assad, mit Giftgas Hunderte Menschen bei Damaskus getötet zu haben, darunter zahlreiche Kinder.  Nun steht ein Militärschlag des Westens gegen das syrische Regime offenbar unmittelbar bevor. Der Sender NBC berichtete, Raketenangriffe könnten bereits am Donnerstag beginnen.

Soll sich die Bundeswehr an einem Militärschlag in Syrien beteiligen?

Die Bundesregierung hat erklärt, Deutschland sei zu "Konsequenzen" bereit, falls sich die Giftgasvorwürfe gegen Syriens Machthaber Baschar al-Assad bestätigen. Offen blieb aber, wie solche Konsequenzen aussehen könnten. Eine Beteiligung der Bundeswehr im Einsatz in Syrien ist möglich, aber nicht zwingend.

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