Flüchtlingskrise:

Deutschland kontrolliert wieder an den Grenzen

Als Reaktion auf den Andrang Zehntausender Flüchtlinge hat Deutschland wieder Grenzkontrollen eingeführt. In Mecklenburg-Vorpommern werden zusätzliche Unterkünfte geschaffen.

Oliver Berg/Symbolbild

Die Einführung von vorübergehenden Grenzkontrollen kündigte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Sonntag in Berlin an. Schwerpunkt ist zunächst die Grenze nach Österreich. Auf den Autobahnen in Bayern und Österreich kam es am Montagmorgen zu kilometerlangen Staus.

Der Zugverkehr zwischen Österreich und Deutschland läuft nach Angaben der Deutschen Bahn seit Montagmorgen wieder weitgehend normal. Die am Sonntag um 17 Uhr verhängte Sperre sei wie geplant um 7 Uhr aufgehoben worden. Davon ausgenommen war zunächst die Strecke zwischen Salzburg und München. Dort befänden sich Menschen auf den Bahngleisen, weshalb hier noch nicht gefahren werden könne, sagte ein Bahn-Sprecher in Berlin. Ob es wegen dieser Sperrung am Montag zu Zugausfällen kommen könnte, war laut Bahn zunächst nicht absehbar.

Tschechien schickt Polizisten an Grenze zu Österreich

Als Reaktion auf die deutschen Grenzkontrollen haben die tschechischen Behörden 200 zusätzliche Polizisten an die Grenze zu Österreich geschickt. An drei Eisenbahn- und elf Straßenübergängen sollen zunächst stichprobenartig die Personalien von Reisenden kontrolliert werden. Prag befürchtet, dass Flüchtlinge auf die Route von Österreich über Tschechien nach Deutschland ausweichen könnten. "Bislang hat sich die Flüchtlingswelle nicht hierher verschoben", sagte Innenminister Milan Chovanec. "Wir wollen dem keine Chance geben."

Flüchtlinge reisen über MV nach Schweden

Unterdessen sind am Wochenende vom Rostocker Hafen wieder Hunderte Flüchtlinge mit Fähren nach Schweden gereist. Bis Sonntagmittag seien über 800 Menschen gezählt worden, sagte ein Polizeisprecher. Helfer standen bereit, um sie zum Hafen oder zu Unterkünften zu geleiten. Angesichts der Lage richtet die Stadt Rostock die Hansemesse als Auffanglager mit 600 Notbetten ein. Außerdem gibt es Überlegungen zum Aufbau einer weiteren Aufnahmestelle für Flüchtlinge. Dort könnten Flüchtlinge eine Unterkunft finden, die in Rostock bleiben wollen, sagte ein Stadtsprecher am Montag. Eine bisher als Transit-Einrichtung dienende Schule könnte der künftige Standort für rund 250 Flüchtlinge sein. Bisher gibt es mit dem Asylbewerberwohnheim nur eine Aufnahmestelle in Rostock.

 

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