Flüchtlingskrise:

Deutschland führt vorübergehende Grenzkontrollen ein

Bundesinnenminister Thomas de Maizière zufolge soll damit die starke Zuwanderung nach Deutschland begrenzt werden, um zu einem geordneten Verfahren zu kommen.

Sven Hoppe/Symbolfoto

Die Bundesregierung führt angesichts des starken Andrangs von Flüchtlingen vorerst wieder Grenzkontrollen ein. Das kündigte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) am Sonntagabend an. Das sei auch aus Sicherheitsgründen nötig. Nach geltendem europäischen Recht sei Deutschland für den größten Teil der Schutzsuchenden gar nicht zuständig, betonte der Minister. Die Regeln des Dublin-Abkommen seien unverändert gültig. De Maizière forderte alle EU-Mitgliedsstaaten auf, sich wieder daran zu halten, also die in die EU einreisenden Flüchtlinge nicht nur zu registrieren, sondern auch das Asylverfahren für sie durchzuführen.

Die Hilfsbereitschaft dürfe nicht überstrapaziert werden. Der Schritt sei auch ein Signal an Europa. Deutschland stelle sich seiner humanitären Verantwortung, betonte der Minister. Die Lasten müssten aber solidarisch verteilt werden. Die Einführung der Grenzkontrollen werde nicht alle Probleme lösen. Der starke Andrang von Flüchtlingen hatte Deutschland zuletzt vor immer größere Herausforderungen gestellt. Allein in München trafen am Samstag mehr als 12.000 Menschen ein. Viele Länder sehen die Belastungsgrenze erreicht.

Bahnverkehr zwischen Deutschland und Österreich unterbrochen

Die Österreichischen Bundesbahnen ÖBB haben derweil den Zugverkehr nach Deutschland am Sonntagnachmittag gegen 17 Uhr eingestellt. Das sei auf Wunsch der Deutschen Bahn geschehen, sagte ÖBB-Sprecherin Sonja Horner. Und auch eine Sprecherin der Deutsche Bahn bestätigte: "Die DB hat auf Weisung der Bundesbehörden ab sofort für die kommenden zwölf Stunden den Zugverkehr zwischen Österreich und Deutschland eingestellt." Damit ist der Zugverkehr von und nach Österreich bis Montagmorgen um 6.00 Uhr unterbrochen.

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