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Die Kosten der Online-Bestellwut

Klamotten, Schuhe oder Bücher online kaufen, das ist bequem: Wenn‘s nicht gefällt, wird‘s einfach zurückgeschickt. Händler und Umwelt kommt das teuer zu stehen.

Online shoppen ist bequem. Aber mit den kostenlosen Retouren könnte es ab Sommer vorbei sein.
Sven Hoppe/dpa Online shoppen ist bequem. Aber mit den kostenlosen Retouren könnte es ab Sommer vorbei sein.

Bei Fernseh-Jankus ist zeitweise kein Durchkommen mehr. Bis zur Decke stapeln sich in der Adventszeit die Pakete. „Das meiste ist von Amazon oder Zalando“, schimpft Inhaberin Eva Jankus. Seit 15 Jahren ist das kleine Fachgeschäft für Elektrogeräte im oberbayerischen Türkenfeld auch Postagentur. In den vergangenen Jahren hat das Paketaufkommen durch den Online-Handel enorm zugenommen, vor Weihnachten ist es besonders schlimm. Problem sind die Retouren.

„Schrei vor Glück – oder schick‘s zurück.“ Mit dieser Werbung etablierte sich der Online-Händler Zalando. Der Spot wurde zwar später auf den ersten Teil verkürzt, doch die zentrale Botschaft war klar: Die Deutschen fanden immer mehr Gefallen am Bestellen und Zurückschicken. Jugendliche feierten Online-Fashion-Partys.

„Von Anfang an waren die kostenlose Rücksendung Teil des Geschäftsmodells“, erläutert Handelsexperte Georg Wittmann von der Universität Regensburg. „Wenn ein Rückgaberecht von 100 Tagen gewährt wird, bestellt man den Pulli gleich in S, M und L, schenkt nur S und schickt den Rest zurück.“ Dass sich die Retouren dann zu einer solchen Welle entwickeln würden, damit habe keiner gerechnet.

Eine Rücksendung kostet Händler etwa 20 Euro

„Von drei Bestellungen gehen zwei zurück“, schätzt Jankus. „Die Leute ordern lieber bequem von der Couch aus als in die volle Stadt zu gehen.“ 

Im Schnitt kostet eine Rücksendung den Händler 20 Euro, wie aus einer ibi-research-Studie der Universität Regensburg hervorgeht. Zurückgesendet werden vor allem Textilien. Vieles kann dann nur noch im Outlet verramscht werden, manches ist gar nicht mehr verwendbar. Für Zalando ermittelten die Wissenschaftler eine Rücksendequote von 50 Prozent, bei Deichmann sind es 30 Prozent, bei Lodenfrey knapp 40.

Ab Sommer 2014 dürfen Händler bei einem Warenwert von mehr als 40 Euro eine Rückgabegebühr verlangen. Ziel ist es, die Retourenquote zu senken. Fraglich bleibt, ob davon Gebrauch gemacht wird. „Würden alle Online-Händler jede Retoure kostenpflichtig machen, hätte dies eine Abwanderung zum stationären Handel zur Folge“, sagt PwC-Konsumgüterexperte Gerd Bovensiepen.